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Die Vermögensfrage : Das werden 2015 die besten Geldanlagen sein

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Glück gehört auch dazu. Bild: Imago

Ruhe bleibt die erste Bürgerpflicht in der Kapitalanlage, Streuung die wichtigste Maxime. Und Kostenbewusstsein eine Unumgänglichkeit. Dann bleiben größere Verluste aus.

          Die erste Vermögensfrage ist, das war kein verspäteteter Aprilscherz, am 3. April 1999 erschienen. Damals ging es um die Frage, wie man Millionär wird. Heute ist es eine Überlegung wert, wie man Millionär bleibt, wenn er oder sie oder beide dieses Ziel in den letzten 16 Jahren durch Anstand, Fleiß und Sparsamkeit erreicht haben.

          Seit dem 1. April 1999 ist in wirtschaftlicher Hinsicht viel passiert. Wie sieht es mit der Erinnerung an die Dotcom-Blase aus, die im März 2000 geplatzt ist? Der Euro erblickte am 1. Januar 2002 das Licht der Welt. Die Finanzmarktkrise begann im Herbst 2007. Die amerikanische Investmentbank Lehmann brach am 15. September 2008 zusammen. Die griechische Geld-Tragödie begann 2010. Ein Jahr später erreichte der Goldpreis in Deutschland den höchsten Stand seit Kriegsende. Die Talfahrt der Renditen für Anleihen setzte 2012 ein. Gleichzeitig schossen die Preise für Immobilien in die Höhe. Im Herbst dieses Jahr tauchte in der deutschen Wirtschaftsgeschichte zum ersten Mal der „Strafzins“ auf. Und im Jahresverlauf überschritt der Dax erstmals die Marke von 10.000 Punkten.

          Was soll man dazu sagen? Sinnvollerweise nicht viel, vermutlich ist Schweigen die beste Antwort, das Unglaubliche mit Fassung und in Würde zu ertragen. Alternativ ist die „schwäbische“ Antwort denkbar, dass das schon ein bißchen arg viel auf einmal ist, was da innerhalb von 16 Jahren passiert ist. Geldanlage ist und bleibt, wie der kleine Streifzug durch die letzten Finanzjahre zeigt, ein Buch mit sieben Siegeln und wer das Gegenteil behauptet, ist entweder ein Ignorant oder Scharlatan.

          Zinsen für sichere Geldanlagen auf den Nullpunkt gesunken

          Vor 16 Jahren wurde die Millionenfrage in Mark gestellt, und es wurde ein Anlagezins von 5 Prozent pro Jahr unterstellt. Wie gut, dass Finanzanalytiker und Journalisten für ihre Prognosen nicht zur Rechenschaft gezogen werden können! Sonst müssten sie wahlweise erhängt, erschossen, gefedert oder geteert werden! Ein Zinssatz von 5 Prozent und eine Laufzeit von 16 Jahren verlang(t)en 192 monatliche Sparraten von jeweils 3430 Einheiten, und bei den Einheiten möge jeder Betrachter eintragen, was ihm beliebt. Wer heute Millionär werden will, muss in Euro kalkulieren, und wer lieber in Dollar oder Schekel rechnet, nimmt eben diese Währung. In allen Fällen wird die Anzahl der Einheiten kaum zu halten sein, weil die Zinsen für sichere Geldanlagen in der Zwischenzeit mehr oder weniger auf den Nullpunkt gesunken sind. Das ist zwar schon wieder eine Prognose, doch wenn man einmal von Enteignung, Pest, Strafzinsen und Vertreibung absieht, kann es kaum schlimmer kommen: Eine Million Euro geteilt durch 192 Monate sind 5208 Euro und 33 Cent. So wird deutlich, dass der Traum für die meisten Menschen ein unerfüllbarer Wunsch bleiben wird.

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