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Die Vermögensfrage : Das werden 2015 die besten Geldanlagen sein

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Die Frau wird an ihrem 85. Geburtstag nicht zum Sozialfall werden, selbst wenn sie an diesem Tag beschließen sollte, ein weiteres Jahrzehnt fröhlich und munter durch die Welt zu ziehen. Erstens hat sie noch 205.000 Euro in der Kasse; das reicht für drei weitere Jahre. Dann kann die Ferienwohnung versilbert werden; damit wird sie wieder drei Jahre über die Runden kommen. Danach kann es zwar etwas ungemütlich werden, weil nur noch die Renten zur Verfügung stehen werden. Sie können aber durch den Tausch des großen Eigenheims in eine kleine Wohnung stark aufgebessert werden. Alternativ kann darüber nachgedacht werden, den Konsum nach dem 90. Geburtstag ein bisschen einzuschränken. Kurzum: Die Gefahr, im Alter unter der Brücke zu landen, ist ziemlich klein.

Viel größer ist die heutige Gefahr, das Geld „falsch“ umzuschichten. Die vierte Tabelle enthält den Einkaufszettel der benötigten Produkte, frei nach dem Motto: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste! Die insgesamt 21 Investmentfonds enthalten Tausende Titel, so dass nicht „alles“ zu Bruch geht, wenn einzelne Anlagen auf den Boden fallen. Außerdem sind die Fracht- und Lieferkosten der Produkte gering.

Vor dem Kauf dieser Papiere kommen aber die Auflösung des Depots mit den Anleihen, die Veräußerung der dritten Immobilie und der Verkauf der Aktien. Das kostet 3300 Euro, falls die Hausbank für die Wertpapiere jeweils 1 Prozent in Rechnung stellt. Richtig ins Geld geht die Umschichtung, wenn die Million in teure Investmentfonds angelegt werden würde. Der Kauf von Anleihen über von 150.000 Euro schlüge in einem „aktiven“ Investmentfonds mit 3 Prozent zu Buche. Das wären 4500 Euro. Die Umschichtung von 300.000 Euro in offene Immobilienfonds kostete 5 Prozent, wenn der Handel über die Hausbank abläuft; das wären 15.000 Euro. Die Investition von 450 000 Euro in „aktive“ Aktienfonds machte sich mit weiteren 5 Prozent bemerkbar, so dass etwa 22.500 Euro anfielen.

Die schlechtesten Anlagen sind Banken, Gier und Angst

Das wären insgesamt 45.300 Euro oder 4,5 Prozent des Anlagebetrages. Wer sein Vermögen dermaßen auf die leichte Schulter nimmt und so viel Geld ausgibt, sollte wegen fahrlässiger Verschwendung dazu verurteilt werden, den doppelten Betrag an „Brot für die Welt“ oder „Misereor“ zu spenden. Weiters sollte über ein „Reiseverbot“ ins Ausland nachgedacht werden, damit die Menschen nicht auf den Kanaren oder auf Mallorca, sondern in Deutschland, zum Beispiel am Bodensee, im Hochsauerland oder an der Nordsee zur finanziellen Besinnung kommen.

Danach wird die Umschichtung mit hoher Wahrscheinlichkeit anders aussehen. Die geläuterten Anleger werden das nächste Depot bei einer Direktbank eröffnen. Von der Extraprämie wird ein Jahreslos der deutschen Fernsehlotterie gekauft, schließlich weiß man ja nicht, ob das Glück hinter der nächsten Tür lauert. Die bestehenden Anleihen und Aktien werden auf das neue Depot übertragen. Das kostet keinen Cent. Der Verkauf der Papiere kostet nicht 3300, sondern nur 825 Euro und der Kauf der 21 Investmentfonds macht sich, wenn alle Käufe über die Börse abgewickelt werden, mit lediglich 1300 Euro bemerkbar. Das sind zusammen 2125 Euro, so dass die Anlegerin rund 43.000 Euro spart. Wem diese Ersparnis zu hoch ist, kann das Geld für einen guten Zweck spenden. Das erwärmt Herz und Seele, außerdem gibt es eine Spendenbescheinigung, die von der Steuer absetzbar ist.

Die schlechtesten Anlagen, so lautet das Fazit, sind Banken, Gier und Angst. Das erste kann Geld, das zweite den Verstand und das dritte das Leben kosten. Das muss nicht sein, dafür ist das Leben viel zu schön. Glaube, Liebe und Bildung sind die mit Abstand besten Geldanlagen, und wer mit dieser Einstellung ins neue Jahr geht, kann nicht viel falsch machen. Dies ist eine ebenso simple wie preisgünstige Strategie.

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