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Die Vermögensfrage : Wie finde ich den richtigen Finanzberater?

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Taschenrechner gibt es auch in der modernen Finanzberatung noch. Bild: Picture-Alliance

Manche Finanzberater laden zu Tennisturnieren ein. Aber das hilft nichts. Für die Suche nach einem guten Berater gibt es bessere Grundsätze.

          6 Min.

          Das Jahresende naht mit Riesenschritten, und der eine oder andere macht sich mit Blick auf das Jahresende Gedanken, was mit dem Kapital, das jetzt seit Jahren auf Festgeld und/oder Sparkonten mit Zinsen von 0,x oder 0,0x Prozent dümpelt, weiter geschehen soll. Im November kommen auch häufig zusätzliche Gehälter oder Tantiemen auf das Girokonto. Möglicherweise wird nicht alles davon für die Weihnachtseinkäufe benötigt. Dann stellt sich die Frage nach der geeignetsten Kapitalanlage.

          Man könnte jetzt beginnen, sich mit dem Thema Vermögensanlage im Allgemeinen und für die eigenen Gelder im Speziellen zu beschäftigen. In den Medien gibt es Ratschläge in Hülle und Fülle. Nicht zuletzt bietet heute auch das Internet eine Vielzahl von Informationsmöglichkeiten. Aber da liegt der Hund begraben. Wer hat schon die Zeit und die Lust, sich vor Weihnachten mit intensiver Finanzrecherche zu beschäftigen? Es bleibt also die Frage, wer kann helfen, wenn man sich nicht auf einen (vielleicht) kundigen Kollegen oder Nachbarn verlassen möchte? In Banken und Sparkassen arbeiten zirka 156.000 Anlageberater oder -vermittler. Weitere rund 36.000 Finanzanlagevermittler und -berater sind bei den Industrie und Handelskammern registriert. Schließlich stehen noch fast 700 Vermögensverwalter zur Verfügung.

          Es gibt nur 120 Honorarberater

          Seit einem guten Jahr gibt es jetzt auch den Honoraranlageberater oder -vermittler, der ausschließlich auf Honorarbasis für den Kunden tätig wird und keinerlei Provisionen von Produktgebern annehmen darf. Das sind in ganz Deutschland gerade mal knapp 120 Personen oder Unternehmen. Ist diese geringe Anzahl erstaunlich oder nicht erstaunlich? Wohl eher nicht erstaunlich, wenn man verschiedenen Umfragen Glauben schenken darf, die zu der Thematik Finanzberatung auf Honorarbasis durchgeführt wurden. Danach ist nur ein relativ kleiner Teil der Anleger bereit, überhaupt ein Honorar zu bezahlen, und wenn, dann nur in einer Größenordnung bis zu etwa 60 Euro je Beratungsstunde. Dafür kann ein qualifizierter Berater – über das Thema Qualifikation wird noch zu sprechen sein – nicht arbeiten. Andererseits könnte man meinen, dass jemand, der auf Honorarbasis ausschließlich im Interesse des Kunden tätig wird, ganz besonders erfolgreich sein müsste.

          Doch gilt es auch, den Anleger zu verstehen. Warum soll er ein Honorar bezahlen, wenn die Anlageberatung und -vermittlung andernorts scheinbar kostenlos ist und darüber hinaus – bei einem gewissen Vermögensbestand – Einladungen zu hochkarätigen Sportveranstaltungen ausgesprochen werden, von der VIP-Lounge im Fußballstadion bis zu hochpreisigen Tennis-, Golf- und Poloturnieren?

          Kommen wir zurück zur eingangs gestellten Frage: Wie finde ich den richtigen Finanzberater und was heißt „richtig“ in diesem Kontext? Auf den kurzen Nenner gebracht, dürfte wohl mit einer Umschreibung wie folgt Übereinstimmung bestehen: Er handelt im Interesse des Kunden, ist kompetent und vertrauenswürdig. Das sind aber dehnbare Begriffe. Bereits vor zwanzig Jahren hat sich mit den Gründung der Deutschen Gesellschaft für Finanzplanung e.V. (DFP) eine kleine Gruppe von Finanzplanern Gedanken darüber gemacht, wie man Qualität in der Finanzberatung definieren und umsetzen kann.

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