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Die Vermögensfrage : Richtig in Aktien anlegen

Verkauft sich bei den Deutschen besser als die Henkel-Aktie: Persil-Waschmittel im Werk in Düsseldorf Bild: Bloomberg

Für die Altersvorsorge sind Aktien die ideale Anlageform. Trotzdem sind die Vorbehalte groß. Dabei muss eigentlich nur ein Grundsatz beachtet werden.

          Zum Überleben der Menschheit trägt wesentlich bei, dass negative Dinge stärker im Gedächtnis haften bleiben. Das Auto, das uns fast überfahren hat, bleibt in Erinnerung. Es ist eine Warnung, im Verkehr aufzupassen. Die zahlreichen Autos, die täglich mit genügend Sicherheitsabstand vorbeifahren, werden kaum beachtet. Was sich im Alltag bewährt, klappt an der Börse nicht. Kaum jemand verzichtet auf die Teilnahme am Straßenverkehr, obwohl er weiß, dass in seltenen Fällen schlimme Unfälle passieren können. Doch an der Börse reichen einige wenige Negativeindrücke, um von der gesamten Veranstaltung Abstand zu nehmen. Dabei geht auch dort wie im Straßenverkehr fast immer alles gut. Für die meisten jedoch so unbemerkt, dass sie denken, dort passieren täglich nur schlimme Unfälle.

          Daniel Mohr

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          Höchste Zeit also, den Regelfall an der Börse zu beschreiben. Nehmen wir Henkel. Die stellen Waschmittel wie Persil oder Perwoll her, Geschirrspültabs wie Somat, Haarwaschmittel wie Schwarzkopf, Fa oder Gliss Kur, aber auch Tapetenkleister wie Metylan oder Pritt-Klebestifte und vieles mehr. Die Prognose, dass jeder schon mit Produkten des Unternehmens in Kontakt gekommen ist, ist nicht sonderlich gewagt.

          Mit der Aktie sieht es leider anders aus. Nur die wenigsten Deutschen kamen damit in Berührung. Wer aber vor 30 Jahren 10.000 DM in Henkel-Aktien investiert hätte, käme heute auf rund 88.000 Euro. Ohne Berücksichtigung der Dividenden, die Henkel kontinuierlich zahlt. Wer sich wenigstens vor 20 Jahren an dem Unternehmen mit 10.000 DM beteiligt hätte, käme heute immerhin auf 58.000 Euro. Aber auch der Anleger, der vor zehn Jahren kurz vor Ausbruch der Finanzkrise 10.000 Euro zur Hand hatte und in Henkel investiert hat, darf heute Aktien im Wert von gut 35.000 Euro sein eigen nennen – und hat regelmäßig Dividenden kassiert.

          Bilfinger, Eon, RWE, Hochtief oder die Lufthansa

          Das Beispiel ist wahllos gegriffen. Es hätte auch Beiersdorf sein können. Auch hier sind viele Verbraucher von Produkten wie Nivea, Tesa, Labello, Hansaplast und vielen mehr überzeugt, fassen die Aktie aber nicht an. Auch hier hat sich der Aktienkurs über die Jahre vervielfacht. Es gibt zudem hierzulande mehr BMW- oder Daimler-Fahrer als Aktionäre, dabei hätte man sich mit einem Aktienengagement durchaus ein weiteres Auto dazuverdienen können. Aber auch weniger nah am Konsumenten wirtschaftende Unternehmen sind Erfolgsgeschichten. Bayer, BASF, Linde oder Continental haben ihren Aktionären ebenso Kursvervielfachungen beschert wie MAN, Siemens oder Heidelberg Cement.

          Das herausgegriffene Beispiel könnte aber auch Deutsche Bank heißen. Ein Institut, mit dem ebenfalls viele Menschen in Kontakt sind und das offenbar aus Sicht der Kunden seine Arbeit nicht so schlecht macht, sonst wären sie wohl nicht Kunden. Hier wären aus 10.000 DM binnen 30 Jahren allerdings magere 1900 Euro geworden. Die Dividenden sind da nur ein schwacher Trost. Auch die Commerzbank hätte ein solches Beispiel sein können. Hier sind 10.000 DM binnen 30 Jahren, ohne Dividenden zu berücksichtigen, auf 320 Euro zusammengeschmolzen.

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