https://www.faz.net/-hbv-7vsz1

Die Vermögensfrage : Das Fundament fürs Alter ist Risikovorsorge

  • -Aktualisiert am

Hände hoch: 1966 konnte man sich mit Sparschweinen gut sehen lassen. Heute geht, auch wegen der niedrigen Zinsen, die Risikoabsicherung vor. Bild: Picture-Alliance

In jungen Jahren kommt es nicht auf den Abschluss von Sparverträgen, sondern auf den Einkauf preiswerter Versicherungen an. Doch welche sind die wichtigsten Versicherungen?

          Am Donnerstag war wieder einmal Weltspartag. Das ist für die Sparkassen traditionell Anlass, um den Deutschen den Spiegel vors Gesicht zu halten, wie es um’s Geld steht. In diesem Jahr gibt es wenig Neues an der Front. Er betrachtet das Eigenheim als schönste Geldanlage, sie macht sich Sorgen um ihre Rente, und 55 Prozent aller Deutschen haben großes Vertrauen in die Sparkassen. Wie schön! Möge das so bleiben beziehungsweise wieder so werden, wie es vor Jahren einmal war! Denn die jungen Menschen scheinen vom Eigenheim im allgemeinen und von der Rente im besonderen nicht viel zu halten. Hier sei eine „Erosion der Sparkultur“ zu beobachten, geben die roten Banker zu Protokoll. Rund die Hälfte der „Generation Y“ oder der „Millenials“ bilde keine Rücklagen, und das sei ein Viertel mehr als 2013, wird im Vermögensbarometer der Sparkassen beklagt, in dem jedes Jahr rund 2000 Bürger zu ihrer Einstellung über Geld befragt werden.

          Was soll man dazu sagen? Falls junge Leute zwischen 14 und 29 an die Rente denken, wäre das ein Wunder, und wäre es ein Wunder, sich in diesem Alter nicht den Kopf über „zinslose“ Sparverträge zu zerbrechen? Es liegt in der Sache der Natur, dass Banken und Verkaufskolonnen junge Menschen zum Abschluss von Bausparverträgen, Lebensversicherungen und Rentenverträgen bewegen soll, weil hier „megafette“ Provisionen winken, doch die jungen Menschen sind nicht schlecht beraten, den Angstmachern und Bedenkenträgern dieser Republik nicht auf den Leim zu gehen. Das wird in folgendem Beispiel deutlich.

          Ein verliebtes Ehepaar, er ist 28 Jahre alt, sie ist 26 Jahre jung, verdient brutto 4500 Euro. Er bringt 2800 Euro nach Hause, sie kommt auf 1700 Euro. Davon bleiben nach Abzug sämtlicher Sozialabgaben und Steuern rund 3000 Euro übrig, und es stellt sich die Frage, was die beiden „Durchschnittsverdiener“ mit ihrem Zehnten, der durchschnittlichen Sparquote in Deutschland, machen sollen. Die Antwort ist bei nüchterner Betrachtung der Dinge ganz einfach: Finger weg von Banksparplänen, rote Karte für Bausparverträge, auf keinen Fall eine Kapitalversicherung!

          Erster Baustein: Abschluss einer Privat-Haftpflicht-Versicherung

          Altersvorsorge geht anders. Zuerst sind zwei Versicherungen nötig, anschließend ist die Reserve an der Reihe, dann muss die Risikovorsorge erhöht werden, und erst „zum Schluss“ rücken Sparverträge in den Mittelpunkt. Hinter diesem Plan steckt die schlichte Erkenntnis, dass die Zukunft nicht planbar ist. Das bedeutet nicht, ständig Party zu feiern und das Geld mit beiden Händen auszugeben, sondern es geht darum, den Vermögenaufbau mit Augenmaß zu betreiben, und das heißt ein Leben lang: Die Absicherung von Risiken und das Umschiffen von Klippen sind mindestens so wichtig wie das Sparen und Anlegen!

          Der erste Baustein ist der Abschluss einer Privat-Haftpflicht-Versicherung. Sie kostet wenig Geld, und die Police ist die beste Vorsorge gegen finanziellen Ruin, wenn Junioren hohe Schäden verursachen. Das klassische Horror-Beispiel ist der unwahrscheinliche Fall, dass ein armer Schlucker, auf sein Smartphone sehend, über die Straße rennt. Der Fahrer eines Motorrades, ein reicher Mann, kommt mit seiner Maschine ins Schleudern und landet zuerst im Straßengraben, danach im Rollstuhl, und der Schaden geht wegen Schmerzensgeld und Unterhaltszahlungen in die Millionen.

          Gott sei Dank, dass solche Unglücke selten sind, doch für 100 Euro pro Jahr oder 8 Euro pro Monat kann sich jeder Mensch gegen solche Widrigkeiten versichern. Vorteilhaft sind Deckungssummen ab zehn Millionen Euro bei Personen- und Sachschäden, weil die Privatleute bei solchen Beträgen auf der sicheren Seite stehen. Die üblichen Beträge von fünf bis zehn Millionen Euro mögen in 99,9 Prozent aller Fälle ausreichen, doch die höheren Deckungssummen kosten nur wenige Euro mehr, so dass es sich lohnt, bei dieser Versicherung ein paar Cent mehr zu bezahlen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Die drei Männer des Bayern-Abends: Leon Goretza, Kingsley Coman und David Alaba (von links) standen im Mittelpunkt des Spiels.

          3:2 in Augsburg : Ein denkwürdiger Abend für den FC Bayern

          Ein geschichtsträchtiges Eigentor macht den Anfang, danach nimmt der Wahnsinn so richtig seinen Lauf: Der Fußball-Rekordmeister hat es bei den Schwaben lange schwer, auch weil der Gegner überraschend aufmüpfig ist.

          Nationaler Notstand : Donald Trump geht aufs Ganze

          Der amerikanische Präsident umgeht mit der Erklärung des nationalen Notstandes das Haushaltsrecht des Kongresses. Nicht nur die Demokraten sehen die Verfassung in Gefahr.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.