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Die Vermögensfrage : Manche Indexfonds sind etwas sehr smart

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ETF: Eine gute Möglichkeit kostengünstig in Aktien zu investieren. Bild: © Images.com/Corbis

ETF sind eine gute Möglichkeit, kostengünstig in Aktien zu investieren. Für vorsichtige Anleger gibt es auch defensive Varianten dieser Fonds. Einige sind allerdings teurer und ziemlich komplex.

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          ET was? Die erstaunten Blicke, die mit dem Hinweis auf börsennotierte Fonds, die sogenannten ETF, in den vergangenen Jahren zu ernten waren, sind rar geworden. Es hat sich herumgesprochen: Mit diesen Fonds, die nichts anderes können, als brav irgendwelche Börsenindizes dieser Welt abzubilden, fährt der Anleger auf lange Sicht gut. Besser jedenfalls als mit den meisten aktiv gemanagten Fonds. Dafür gibt es im Wesentlichen zwei Gründe: Nur die wenigsten Fondsmanager schaffen es auf lange Sicht, besser als ihr Markt abzuschneiden, zudem sind ETF wesentlich preiswerter als ihre gemanagten Vettern. Deshalb steckt immer mehr Anlegerkapital in immer mehr ETF: 2005 waren es in Europa 42 Milliarden Euro in 163 ETF, 2015 wurden in 1.527 ETF 451 Milliarden Euro verwaltet. Und täglich werden es mehr – Fonds und Euro.

          Dabei geht es längst um mehr als den Dax oder Dow. Inzwischen folgen die ETF Tausenden von Indizes aller denkbaren Anlagearten: Aktien und festverzinslichen Wertpapieren genau wie Immobilien, Rohstoffen oder ganzen, gut durchgemischten Portfolios. Das Angebot ist unglaublich vielfältig und manchmal ziemlich weit entfernt von den klassischen Börsenbarometern. Es birgt für nahezu jeden Geschmack und Anlagewunsch etwas.

          Nehmen wir als Beispiel defensive Aktien ETF, also Aktienfonds, die große Risiken gerne vermeiden und eher vorsichtig ausgerichtet sind. Fragt man heute die Fondsgesellschaften nach Beispielen für einen derartigen ETF, bekommt man ein ganzes Bündel ziemlich unterschiedlicher Fonds genannt. Der große Klassiker, ein ETF auf den ganz breit gestreuten MSCI World Index mit seinen über 1600 Aktien aus 23 Ländern, ist gar nicht erst dabei. Es gibt speziellere Varianten, die nebenstehende Tabelle weist sie aus.

          ETF sind in Mode

          Die Fondsgesellschaften ziehen für defensive Angebote besonders gerne ETF aus ihrem Sortiment, die Strategien und Modelle aktiver Fondsmanager verfolgen und beispielsweise auf bestimmte Branchen, auf Dividendenriesen, auf Aktien mit geringen Schwankungen oder auf Aktien mit besonderen Bilanzwerten setzen. Das geht, weil es für fast jedes strategisches Gemisch heute irgendwo ein Index findet. Also gibt es inzwischen nahezu auch für alles und für jede Strategie einen ETF.

          Diese ETF nach Art der Fondsmanager sind in Mode. Sie sind oft jüngeren Entstehungsdatums, haben sich im theoretischen Test rückwärts durch die Vergangenheit, dem sogenannten Backtest, als erfolgreich bewährt und werden heute gerne unter dem Label Smart Beta verkauft. Ein netter Aufkleber, der hübsch aussieht und der – wenn man es denn wörtlich nimmt – eine besondere Art Versagen des ETF verspricht. Natürlich zum Nutzen des Anlegers.

          Zur Erläuterung: Beta ist, vereinfacht ausgedrückt, ein Maßstab für die Schwankungen einer Aktie im Vergleich zu ihrem Markt. Bei einem Beta von 1,0 schwankt der Einzelwert wie sein Markt. Ist das Beta kleiner, ist die Schwankung geringer. Ein smartes Beta, also ein schlaues, pfiffiges oder auch gerissenes Beta, verkündet damit ziemlich unverhohlen, dass dieser Indexfonds gar nicht erst versuchen wird, seinen Markt abzubilden, sondern dass er ihn, schlau wie er ist, überlisten und besser abschneiden will. Smart Beta-ETF schieben die klassischen ETF ein bisschen in die Langweilerecke. Das, was für alle ETF jahrelang als das Maß der Dinge galt, nämlich einen Markt genau abzubilden, scheint jetzt wohl eher uninspiriert.

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