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Die Vermögensfrage : Wenn Kinder zu Geld kommen

Früh übt sich der Umgang mit dem Geld. Bild: plainpicture/beyond/Vladimir God

Geld gilt als das häufigste und beliebteste Geschenk bei Kindern. Doch der Umgang damit hat einige Tücken. Die Wahl der richtigen Anlageform ist besonders wichtig.

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          Die Commerzbank bietet „Hipp Mein Baby Sparbuch“ und das „Scout Schüler-Sparkonto“. Die Comdirect verschenkt ein Schaukelschaf oder Lego für die Eröffnung eines Junior-Depots. Die Banken versuchen sich an Erfindungsreichtum, wenn es darum geht, Kinder schon an der Wiege für ihre Finanzprodukte zu gewinnen. Das ist verständlich, schließlich gibt es oft diverse Verwandte, die dem Kind Geld zukommen lassen wollen.

          Daniel Mohr

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          Die Eltern sollten dabei jedoch eine wichtige Unterscheidung treffen. Ein eigenes Konto ist für das Kind eine gute Übung für den Umgang mit Finanzen. Wenn es älter wird, bekommt es eine Girokarte, ist auf Klassenfahrten unabhängiger, und die Konditionen für ein solches Konto sind oft günstiger als für ein Erwachsenenkonto.

          Doch es bleibt immer das Konto des Kindes. Als Sparkonto zur Finanzierung von Ausbildung und Studium ist es daher ungeeignet. Die Rechtsprechung ist eindeutig: Eltern schulden ihren Kindern einen angemessenen Lebensunterhalt, und dieser ist von den Eltern aufzubringen und nicht aus dem Vermögen der Kinder zu tragen. Das gilt auch dann, wenn das Konto für die Kinder ausdrücklich zu dem Zweck angelegt wurde, damit Verwandte den Kindern darauf Geld zukommen lassen können, um die Eltern in die Lage zu versetzen, davon Möbel, den Führerschein oder das Studium zu bezahlen.

          Wichtige Rücklagen

          Bis zum 18. Geburtstag haben die Eltern zwar eine Vollmacht für das Kinderkonto, dürfen das Geld aber nicht einfach für den Lebensunterhalt ausgeben, wenn das Kind dem nicht ausdrücklich zustimmt. Nach dem 18. Geburtstag kann das Kind mit dem Geld dann machen, was es will. Anspruch auf die Finanzierung von Ausbildung und Studium hat es aber auch dann noch, wenn es sein gesamtes Geld für eine Weltreise ausgegeben hat. Einmal verschenktes Geld gehört dem Kind.

          Wer sich also nicht ganz sicher ist, ob sein Kind mit 18 sorgsam mit Geld umgehen kann, sollte lieber auf einem eigenen Konto eine Rücklage für Ausbildung oder Studium der Kinder bilden. Das hat zudem einen zweiten Vorteil. Wenn das Kind einen Antrag auf Bafög stellt, spielt das Vermögen des Kindes eine entscheidende Rolle. Das Vermögen der Eltern bleibt hingegen unberücksichtigt. Vermögensübertragungen in zeitlicher Nähe zum Bafög-Antrag sind nicht zulässig und werden streng kontrolliert. Bis zu 7500 Euro Vermögen darf ein Bafög-Antragsteller haben. Dazu zählt aber auch ein Auto, wenn es schon abbezahlt ist und auf den Namen des Kindes angemeldet ist. Haushaltgegenstände und Möbel gehören nicht zum Vermögen.

          Gleichwohl ist es sinnvoll, für Ausbildung oder Studium der Kinder vorzusorgen. Schließlich ist dies der teuerste Zeitraum, den Eltern für ihre Kinder zu bezahlen haben. Abzulesen ist dies auch in der Düsseldorfer Tabelle, in der Unterhaltsansprüche festgelegt sind. Die Sätze sind für Kinder ab 18 Jahren mehr als 50 Prozent höher als für Kleinkinder und betragen je nach Einkommen zwischen 527 und mehr als 800 Euro im Monat. Für Kinder mit eigenem Haushalt, zum Beispiel während Studium und Ausbildung, wird ein Unterhaltsbedarf von in der Regel 735 Euro für angemessen gehalten, davon 300 Euro als Warmmiete.

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