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Die Vermögensfrage : Aktiensparpläne eignen sich gut für die Altersvorsorge

  • -Aktualisiert am

Keine Berührungsängste: Eine Besuchergruppe beobachtet das Geschehen auf dem Frankfurter Börsenparkett Bild: Eilmes, Wolfgang

Bei der Auswahl der richtigen Art, Aktien zu erwerben, kommt es neben der Rendite auch auf die Rückzahlungen, Steuern und Gebühren an.

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          Die Strukturierung des Vermögens ist, obwohl nicht schwierig, für Privatleute aller Altersgruppen eine knifflige Angelegenheit. In jungen Jahren spielt die breite Streuung des Kapitals auf Bargeld, Anleihen, Immobilien, Aktien und Rohstoffe keine Rolle. Denn Karriere, Familie und Eigenheim stehen im Vordergrund, und in späten Jahren ist aus dem Vermögen, weil lange Zeit wild gewachsen, in vielen Fällen ein hartes Konglomerat geworden, das kaum aufgeweicht werden kann. Der Preis dieses „Wildwuchses“ ist in der Regel ziemlich hoch. Die Gebühren und die Risiken sind nicht von Pappe und die Erträge wie die Streuung kaum der Rede wert. Wann und wie diese Gefahren vermieden werden können, wird in folgendem Beispiel deutlich.

          Ein Anleger ist 50 Jahre alt und arbeitet als Manager in der Industrie. Er ist verheiratet und hat mit seiner Frau – einer Juristin im Staatsdienst – zwei Kinder im Alter von 20 und 18 Jahren. Das Ehepaar verdient im Jahr etwa 150.000 Euro, und von den Gehältern bleiben nach Abzug der Sozialabgaben und Steuern etwa 90.000 Euro übrig. Die hohen Einkommen sind die Grundlage für ein Eigenheim, das etwa 350.000 Euro wert ist und dank schneller Tilgung bereits schuldenfrei ist. Außerdem hat das Ehepaar rund 50.000 Euro auf der hohen Kante. Nun stellt sich die Frage, wie das künftige Vermögen gestaltet werden soll.

          Das Ehepaar hat, salopp formuliert, keinen Plan. Mal ist eine Kapitalversicherung im Gespräch, mal werden Immobilien diskutiert, mal sind Aktien ein Thema. Man ärgert sich über die hohen Steuern, die Frau fürchtet die Inflation, und beide schaffen es trotz – oder wegen – Abiturs und Studiums nicht, ein einfaches und solides Konzept zu entwickeln, wie das Privatvermögen in den nächsten Jahren wachsen soll. Das Problem ist in Deutschland kein Einzelfall, sondern dürfte in 90 Prozent aller Haushalte an der Tagesordnung sein, und die Gründe liegen in der Tatsache, vor lauter Bäumen den Wald nicht zu sehen.

          Die Rente ist teilweise sicher

          Das Privatvermögen des Ehepaars besteht, um es mit wenigen Worten auf den Punkt zu bringen, aus vier Posten: Bargeld, Eigenheim, Pension und Rente. Der Notgroschen ist 50.000 Euro groß. Das Eigenheim ist 350.000 Euro wert. Die Pension der Richterin liegt bei 2.500 Euro, was einem Barwert von 251.000 Euro entspricht. Die Rente des Managers beträgt 2.000 Euro, so dass der Anspruch abgezinst 203.000 Euro wert ist. Das sind insgesamt 854.000 Euro, und wenn das Ehepaar bis zur Pensionierung keine silbernen Löffel mitgehen lässt, wird es sich kaum verhindern lassen, dass das Vermögen in naher Zukunft die Millionengrenze überspringen wird. Die kurze und schlichte Frage lautet nur: Wie?

          Die Antwort liegt für den, der drei Schritte zurückgeht und das Bild aus größerer Entfernung betrachtet, auf der Hand. Das Vermögen ruht auf zwei Schultern, und bei einer Scheidungsrate von 40 bis 50 Prozent ist dem Ehepaar zu wünschen, den weiteren Lebensweg in Liebe zu gehen. Das Bargeld ist, wenn man von der Entwertung durch die Inflation absieht, mehr oder weniger sicher. Die Pension der Frau ist, da durch Steuern bezahlt, zwar nicht ganz, aber doch weitgehend sicher. Die Rente des Managers ist, weil im Umlageverfahren finanziert, nur teilweise sicher. Die einzelnen „Bewertungen“ erlauben die Aussage, dass die 854.000 Euro auf Kante genäht sind.

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