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Die Vermögensfrage : Aktiensparpläne eignen sich gut für die Altersvorsorge

  • -Aktualisiert am

Die dritte Möglichkeit ist der Gang zur Hausbank beziehungsweise deren Investmentgesellschaft. Wer zur Sparkasse geht, wird an die Deka weitergereicht, und wen es zur Volksbank zieht, landet bei der Union. In beiden Fällen überweist der Anleger monatlich 2.000 Euro, und in beiden Fällen fallen Ausgabeaufschläge von jeweils 5 Prozent und Verwaltungsgebühren von jährlich 1,5 Prozent an. Das führt in der Verrentungsphase zu versteuerten Einkünften von 2.800 Euro im Monat. Falls der vierte Weg beschritten wird, das Vermögen mit Hilfe von Indexfonds verwaltet wird, kommen nach Steuern monatliche Renten von 3.400 Euro heraus.

Lebt der Manager noch lange, rechnet sich die Sache

Die Renditen nach Steuern liegen zwischen 4,3 und 2,3 Prozent im Jahr. Spitzenreiter ist trotz der Provisionen und Gebühren die Basisrente, weil die hohen Steuervorteile während der Einzahlungsphase nicht zu schlagen sind. Silber geht an den Indexfonds mit einer Verzinsung von 3,5 Prozent nach Steuern. Auf dem dritten Platz landet die Leibrente mit einem Ergebnis von 2,9 Prozent. Der klassische Investmentfonds verpasst mit einem Resultat von 2,3 Prozent im Jahr den Sprung aufs Treppchen.

Die Differenz zwischen der Basisrente und dem Indexfonds beträgt 30.000 Euro. Das ist so viel Geld, dass sich der Blick ins Kleingedruckte lohnt. In beiden Tüten liegen Aktien. Das werden in guten Basisrenten einige Dutzend sein, im Indexfonds können es einige hundert sein. Das macht den Kohl aber nicht fett, weil der Abbau der Risiken nicht proportional zur Anzahl der Aktien verläuft. Der entscheidende Unterschied ist die Besteuerung. Die Einzahlungen in die Basisrente sind fast in voller Höhe als Sonderausgaben abzugsfähig.

Der Preis für die hohen Steuervorteile ist der Rückfluss des Kapitals in Form laufender Renten. Falls der Manager noch lange lebt, rechnet sich die Sache, doch wenn er nach der dreizehnten Rente stirbt, weil er sich beim Golfspiel oder Joggen übernommen hat, bleibt das Restkapital bei der Versicherung, und die Rendite sinkt unter den Nullpunkt. Das kann dem Verstorbenen egal sein. Für ihn besteht nur die Gefahr, dass sich die Hinterbliebenen an dem alten Herrn mit einem Begräbnis dritter Klasse rächen. Das ist nicht pietätvoll, aus Sicht der Erben aber verständlich. Wer sich für die teurere Variante entscheidet, um beim frühzeitigen Hinschied, wie das in der Schweiz heißt, den Hinterbliebenen das Restkapital zukommen zu lassen, sollte diese Großzügigkeit erstens zu Lebzeiten in geeigneter Weise kommunizieren, und er sollte zweitens – am besten per Dekret – auf ein Begräbnis erster Klasse bestehen. Sonst bereitet der Verzicht nur Verdruss!

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