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Die Vermögensfrage : Aktiensparpläne eignen sich gut für die Altersvorsorge

  • -Aktualisiert am

Nur die Töpfe mit den Aktien und Rohstoffen sind leer

Die Konzentration auf vier Verträge bedeutet, dass die Streuung des weiteren Vermögens oberstes Gebot sein muss. Das Ehepaar möchte in den nächsten 17 Jahren monatlich 2.000 Euro sparen. Das sind in Summe abgerundet 400.000 Euro oder die Hälfte des heutigen Vermögens. Daraus wird sich in groben Skizzen ein Bild ergeben, das aus drei Teilen besteht. Die Pension und die Rente sind 454.000 Euro wert und können wegen ihrer „hohen“ Sicherheit wie festverzinsliche Anleihen betrachtet werden. Der einzige Schönheitsfehler ist die Tatsache, dass in dem Topf nicht 20 oder 30 Papiere, sondern nur zwei Titel liegen. Das lässt sich aber nicht ändern. Das zweite Drittel ist das Eigenheim. Der Wert wird in den nächsten Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit sinken, weil die Immobilie handelsüblichem Verschleiß unterliegen wird. Das lässt sich trotz aller Instandhaltungen nicht vermeiden. Das letzte Drittel sind die 400.000 Euro, für die im Moment noch kein Plan vorhanden ist.

Das Problem dürfte sich mit wenigen Handgriffen beheben lassen, wenn sich das Ehepaar bewusstmacht, dass es – wie viele Geldanlagen auch angeboten werden – letzten Endes doch nur fünf Töpfe gibt, in die das Geld gesteckt werden kann: Bargeld, Anleihen, Immobilien, Aktien und Rohstoffe. Der einfache Ansatz wird den Nebel lichten. Im Bargeldtopf sind genügend Mittel vorhanden. Der Topf mit den Anleihen ist gut gefüllt. Das gilt auch für den Topf mit den Immobilien. Nur die Töpfe mit den Aktien und Rohstoffen sind leer, so dass die Richtung klar ist. Das Ehepaar sollte die 400.000 Euro in Aktien und Edelmetalle investieren, um das Fundament des Vermögens zu verbreitern.

So einfach die Lösung ist, so groß werden aber die Bedenken sein. Aktien? Das darf doch nicht wahr sein! Aktien bei diesem Börsenstand? Das ist wohl ein Scherz! Aktien für die Altersvorsorge? Noch risikoreicher geht es wohl nicht! Die üblichen Kommentare sind alte Kamellen, wie der Kölner zu sagen pflegt, doch was soll man dazu sagen? Es liegt in der Natur des Menschen, bei der Anlage von Geld sowohl Ertrag als auch Sicherheit zu fordern, doch das ist – auf gut Deutsch gesagt – ein bisschen viel auf einmal.

Die vier großen Aktientüten

Der vorliegende Fall ist für viele Angestellte und Freiberufler bitterer Alltag: Bargeld, Versorgungsansprüche, Eigenheim – und Angst vor der Börse! So verständlich die Sorgen sind, so fragwürdig sind die Alternativen, in welche die Anleger flüchten: Noch mehr Bargeld ist keine Lösung, noch mehr Anleihen sind fragwürdige Investitionen, noch mehr Immobilien, in der Regel auf Pump, weil für die Barzahlung nicht genügend Geld vorhanden ist, sind heikle Lösungen.

Sicherheit im Leben ist ein frommer Wunsch, und Sicherheit bei Geldanlagen ist ein Trugschluss. Im Grunde weiß jeder Mensch, dass es keine Sicherheit gibt. Die einzige Sicherheit bei Geldanlagen heißt Streuung, Streuung und noch einmal Streuung, und der Ratschlag ist mit Hilfe von Aktien leicht umsetzbar. Folglich bieten Aktien nicht nur Risiken, sondern auch Chancen, und zwar in erster Linie unter dem Aspekt, das Fundament bestehender Vermögen erheblich zu vergrößern. Aktien sind für Anleger, die mit Anleihen und Immobilien gut bestückt sind, der erste Schritt, weitere Klumpen zu bilden, und der zweite Schritt ist die Frage, in welcher Verpackung die Aktien erworben werden sollten.

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