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Umfrage unter Deutschen : Männer sind sparsamer als Frauen

Louis de Funes in der Rolle des Harpagon in „Louis, der Geizkragen“ Bild: Picture-Alliance

Eine Umfrage belegt es: Männer sparen mehr als Frauen. Überraschend viele Deutsche bringen ihr Geld überhaupt nicht auf die Bank. Das zurückgelegte Geld soll dabei vor allem einem Zweck dienen.

          Männer sparen mehr als Frauen. Ahnen hätte man das ja können. Bremsen sie doch beim Stadtbummel am Wochenende nicht selten die Kauflust ihrer Partnerinnen mit bisweilen recht vernünftig klingenden Argumenten.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Nun belegt auch eine repräsentative Umfrage der Norisbank, dass Männer offenbar sparsamer sind als Frauen. Denn während die Herren demnach im Durchschnitt im Monat 201 Euro auf die hohe Kante legen, bringt es das weibliche Geschlecht nur auf 128 Euro. Ein Grund für diese höhere Sparfreude können durchaus die unterschiedlichen Einkommens-Verhältnisse sein. Denn männliche Kollegen verdienen oft deutlich mehr als weibliche Mitarbeiterinnen, wie viele Studien zeigen.

          Insgesamt sparen die Deutschen nach den Ergebnissen der Umfrage im Durchschnitt 166 Euro im Monat. Das sind unter dem Strich fast 2000 Euro im Jahr. Zwei Drittel der Bundesbürger legen dafür mindestens einmal im Monat Geld zurück. Die Norisbank verweist auch darauf, dass 40 Prozent der Befragten glauben, dass sie weniger sparen als die Generation ihrer Eltern, obwohl Deutschland nach wie vor eine Nation von Sparern ist.

          Zudem sei den meisten bewusst, dass ihnen Sparen derzeit kaum Rendite bringe. Dennoch sagen zwei von drei Befragten, dass es trotzdem besser sei, Geld auf die hohe Kante zu legen, als es für überflüssige Dinge auszugeben.

          Beliebtes Tagesgeldkonto

          Und wie sparen die Deutschen am liebsten? Nach den Ergebnissen der Studie entscheiden sie sich viele vor allem für flexible Anlageformen. Während Sparbriefe (4 Prozent der Befragten) und Bundeswertpapiere (3 Prozent) selten nachgefragt werden, nutzt jeder Dritte ein Tagesgeldkonto. Ein Festgeldkonto wiederum haben 15 Prozent der Befragten. Dabei kann es sich bisweilen durchaus lohnen, das Geld nicht täglich verfügbar, sondern vielleicht für ein halbes Jahr fest anzulegen.

          Nach einer Übersicht der FMH-Finanzberatung ist das aber gerade derzeit häufig weniger sinnvoll. Laut FMH-Index bekommt ein Anleger auf einem Tagesgeldkonto im Bundesdurchschnitt nun 0,37 Prozent für 5000 Euro. Würde er sein Festgeld für sechs Monate anlegen, würde ihm das durchschnittlich nur 0,25 Prozent bringen. Dennoch kann es sich im konkreten Fall immer lohnen, die Konditionen von Tagesgeld- und Festgeldkonten miteinander zu vergleichen.

          Fast die Hälfte der Deutschen hat laut der Umfrage der Norisbank ein Sparkonto oder ein Sparbuch. Ein Drittel der Bundesbürger hat langfristig möglicherweise eine Immobilie im Blick und setzt daher auf Bausparverträge. Auffallend ist auch, dass etwa jeder dritte Bundesbürger sein Erspartes nicht zu einem Kreditinstitut bringt, sondern das Geld zu Hause im Sparschwein, unter der Matratze oder im Tresor aufbewahrt.

          Die schwäbische Hausfrau lebt

          Und wovon träumen die Deutschen? 38 Prozent der Befragten wollen laut der Umfrage mit dem zurückgelegten Geld den nächsten Urlaub finanzieren. Fast jeder Vierte spart auf ein Auto oder ein Motorrad, und jeder Fünfte plant, sich neue Möbel anzuschaffen oder zu renovieren. Damit haben die Anleger derzeit vor allem kurz- bis mittelfristige Sparziele. Immerhin ein Viertel der Deutschen legt Geld für die eigene Altersvorsorge zurück. Größere Investitionen wie zum Beispiel der Kauf einer Immobilie sind trotz der nach wie vor niedrigen Bauzinsen dagegen derzeit nur für 9 Prozent der Befragten ein ganz konkretes Sparziel.

          Naheliegend ist dabei: Je älter die Befragten sind, desto wichtiger werden langfristige Sparziele. Denn während der Studie zufolge zum Beispiel nur 18 Prozent der 18- bis 34-Jährigen für die Altersvorsorge sparen, ist es bei den bis zu 49 Jahre alten Anlegern schon ein gutes Viertel. Bis zum Alter von 69 Jahren tut dies dann fast jeder dritte Deutsche.

          Auch regional bestätigt die Umfrage so manches Vorurteil. Denn die Norisbank befragte die Teilnehmer zudem, in welchem Bundesland ihrer Meinung nach die sparsamsten Bürger leben. 37 Prozent halten die Baden-Württemberger für die Spitzensparer Deutschlands, gefolgt von den Bayern mit 15 Prozent. Auf dem dritten Platz folgen mit einigem Abstand Hessen und Sachsen (6 Prozent). Hamburg und Bremen bilden mit jeweils nur einem Prozent das Schlusslicht der Umfrage, die im Oktober anlässlich des Weltspartages durchgeführt wurden. Befragt wurden gut 1000 Personen im Alter von 18 Jahren an bevölkerungsrepräsentativ nach Alter und Geschlecht zu ihrem Sparverhalten.

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