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Stichtag: 31. Mai : Haben Sie Ihre Steuererklärung schon fertig?

Bitte rechtzeitig ausfüllen: die Steuererklärung. Bild: dpa

Bis zum 31. Mai will das Finanzamt die Steuererklärung haben. Das schafft nicht jeder. Aber wer es richtig anstellt, der hat noch mehr Zeit - und kann von unseren zehn Steuertipps profitieren.

          2 Min.

          Vielleicht wird keine Frist von den Deutschen häufiger gerissen: Am 31. Mai ist die Steuererklärung fällig. Sicher ist: Viele schaffen es nicht rechtzeitig. Mancher sortiert seine Belege auf den letzten Drücker – und verschenkt vor lauter Eile Geld. Da fehlt eine Rechnung, ist eine Bescheinigung noch nicht da, wird eine Möglichkeit zum Absetzen übersehen. Doch das ist nicht nötig. Wer die Frist versäumt, kann beim Finanzamt bis zum letzten Tag einen formlosen Antrag auf Verlängerung stellen. Wenn etwa Unterlagen fehlen oder eine Krankheit den Steuerpflichtigen abgehalten hat, die Unterlagen rechtzeitig zusammenzustellen, genügt dies als Grund. Erklärt man verständlich, warum man die Abrechnung nicht erstellten konnte, gibt das Finanzamt der Bitte meist nach und gewährt etwa ein bis drei Monate Aufschub. In vielen Fällen reicht es auch aus, den zuständigen Sachbearbeiter per Telefon über die Verzögerung zu informieren.

          Anne-Christin Sievers

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Wer die Frist nicht einhält, muss mit Verspätungszuschlägen rechnen. Er bekommt zunächst ein Schreiben zugeschickt, in dem die Beamten die fehlende Steuererklärung anmahnen und einen neuen Termin festsetzen. Wer in dieser Frist nicht handelt, dem schickt das Finanzamt ungefragt einen Steuerbescheid, der auf der Schätzung des Einkommens beruht. Reagiert der Steuerpflichtige auch auf diese Aufforderung nicht, kann das Finanzamt einen Verspätungsaufschlag erheben. Dieser Zuschlag darf rechtlich nicht höher liegen als 10 Prozent der festgesetzten Steuer oder des festgesetzten Messbetrags, außerdem darf er 25.000 Euro nicht übersteigen. Um die Höhe festzulegen, berücksichtigt das Finanzamt, wie oft und wie lange der Steuerpflichtige die Frist schon überschritten hat. Wird die Erklärung zum ersten Mal nicht rechtzeitig abgegeben, beträgt das Zwangsgeld etwa 100 Euro bis 500 Euro. Außerdem werden Zinsen fällig, wenn der Bürger die Steuernachzahlung nicht leistet.

          Die Steuererklärung zahlt sich aus

          Wenn trotz aller Fristverlängerung die Steuererklärung nicht fertig wird, dann hilft der Steuerberater. Für den gilt nämlich erst der 31. Dezember 2012 als letzter Abgabetermin. Die Finanzämter dürfen den Steuerpflichtigen aber auffordern, die Unterlagen schon früher einzureichen - zum Beispiel, wenn er in der Vergangenheit die Fristen versäumt hat oder wenn das Finanzamt hohe Abschlusszahlungen erwartet.

          Die Steuererklärung zu machen ist lästig, es zahlt sich aber aus: Etwa sechs Stunden braucht der durchschnittliche Bürger, um Belege zu sortieren und die Formulare auszufüllen. Dafür kriegt er im Schnitt 1000 Euro vom Finanzamt zurück. Und viele Finanzämter zahlen das Geld zuerst an die Leute aus, die ihre Steuererklärung früh abgegeben haben. Wenn das nicht Motivation genug ist, sich gleich noch ranzusetzen.

          Damit Sie nicht unnötig Geld verschenken und wissen, was Sie beachten müssen, hat FAZ.net zehn Tipps für die Steuererklärung in letzter Minute zusammengestellt.

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