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Steuertipp : Unterstützung beim Studium

  • -Aktualisiert am

Kinder studieren, Eltern sparen Steuern, auch nach Vollendung des 25. Lebensjahres des Kindes Bild: dpa

Wer studiert, braucht Geld. Wenn Eltern oder Großeltern die Studenten finanziell unterstützen, können sie bei der Einkommenssteuererklärung viel Geld sparen.

          Viele Studenten werden von ihren Eltern oder Großeltern finanziell unterstützt. Denn ein Studium kann schnell ins Geld gehen: Kosten für Studiengebühren und Fachliteratur, auswärtige Unterkunft und Fahrtkosten. Gut, wenn sich Eltern oder Großeltern beteiligen. Gut zu wissen, dass sich auch der Fiskus daran beteiligt.

          Unabhängig von tatsächlich entstandenen Kosten wird in der Einkommensteuererklärung der Eltern ein besonderer Ausbildungsfreibetrag in Höhe von 1320 Euro je Kind und Elternteil abgezogen. Es handelt sich hierbei um einen Freibetrag, der wie der Kinderfreibetrag vom Finanzamt in die Günstigerprüfung mit dem ausgezahlten Kindergeld einzubeziehen ist. Bei einer auswärtigen Unterbringung des volljährigen Kindes während der Berufsausbildung findet ein zusätzlicher Freibetrag (924 Euro pro Kind und Elternpaar) Berücksichtigung. Diese Freibeträge können unter Umständen auch auf die unterstützenden Großeltern übertragen werden. Damit ist der Ausbildungsbedarf für kindergeldberechtigte Kinder regelmäßig abgegolten.

          Doch auch Eltern, die ihren Kinder bei der Ausbildung unter die Arme greifen und keinen Anspruch mehr auf Kindergeld beziehungsweise Kinderfreibeträge haben (in der Regel nach Vollendung des 25. Lebensjahres des Kindes), müssen nicht leer ausgehen. So werden Unterhaltszahlungen an Kinder und Aufwendungen für deren Berufsausbildung steuermindernd als sogenannte außergewöhnliche Belastungen anerkannt. Dasselbe gilt für Großeltern, die sich an der Ausbildung ihrer Enkel beteiligen, die kein Kindergeld mehr beziehen. Voraussetzung für den Abzug ist – selbst bei einer bestehenden Unterhaltspflicht –, dass der Empfänger außerstande ist, sich selbst zu unterhalten. Dessen Bedürftigkeit muss gegenüber dem Fiskus nachgewiesen werden.

          Das Vermögen des Studierenden (Verkehrswert abzüglich Verbindlichkeiten) darf hierfür 15.500 Euro nicht überschreiten. Vermögen, das die unterhaltene Person für ihren Unterhalt braucht, etwa ein eigengenutztes angemessenes Haus, bleibt außer Ansatz. Sind die Voraussetzungen erfüllt, kann der Steuerpflichtige seine Zahlungen auf Antrag bis zu 8354 Euro (Veranlagungszeitraum 2013: 8130 Euro) vom Gesamtbetrag seiner Einkünfte abziehen. Der Höchstbetrag kann sich noch um Kranken- oder Pflegeversicherungsbeiträge erhöhen. Hat der Unterhaltsempfänger eigene Einkünfte oder Bezüge, so wird der Höchstbetrag gekürzt um die Einkünfte oder Bezüge, die 624 Euro im Jahr übersteigen. Der Empfänger muss den Unterhalt grundsätzlich nicht versteuern.

          Bei den Zuwendungen, die ein Kind für das Bestreiten seiner Ausbildungskosten von den Eltern oder Großeltern bekommt, ist allerdings auch die schenkungsteuerliche Seite im Auge zu behalten. Zuwendungen, die auf der gesetzlichen Unterhaltspflicht beruhen, sind mangels Freigebigkeit keine Schenkungen und fallen damit nicht unter die Schenkungsteuer.

          Auch darüber hinausgehende laufende Unterhaltszahlungen zum Zweck der Ausbildung bleiben schenkungsteuerfrei, vorausgesetzt das unterstützte Kind ist entsprechend bedürftig. Eine Angemessenheitsprüfung gibt es hier nicht. Der Begünstigung unterliegen auch hohe Studiengebühren an einer Universität im Ausland und die dadurch bedingten zusätzlichen Lebenshaltungskosten. Vorsicht ist allerdings bei hohen einmaligen, insbesondere nachträglichen Kapitalzahlungen geboten, die in der Regel nicht schenkungsteuerfrei sind. Hier gelten je nach Verwandtschaftsgrad unterschiedliche Freibeträge. Bei Kindern beträgt der Freibetrag 400.000 Euro, bei Enkelkindern 200.000 Euro. Das hört sich auf den ersten Blick viel an. Aber: Der Freibetrag ist schnell erreicht, zumal er alle Zuwendungen innerhalb von zehn Jahren einschließt.

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