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Der Steuertipp : Ein Grundstück als Geschenk

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Wie verschenkt man eigentlich ein Grundstück richtig? Bild: ZB

Angesichts stetig steigender Grundstückspreise könnten Eltern die Möglichkeit nutzen, ein Grundstück noch zu Lebzeiten an die Kinder zu verschenken. Was gilt es dabei zu beachten?

          Angesichts stetig steigender Grundstückspreise kann eine Familie die Möglichkeit nutzen, ein Grundstück noch zu Lebzeiten der Eltern an die Kinder zu verschenken. Damit kann einer womöglich hohen Erbschaftsteuerbelastung vorgebeugt werden. Möchten Eltern das Eigentum übertragen, sich aber gleichzeitig das Nutzungsrecht am Grundstück vorbehalten, ist ein Vorbehaltsnießbrauch einzuräumen. Ein weiterer Vorteil: Je höher der Wert des Nießbrauchs, umso geringer ist der Wert der Schenkung und somit die Schenkungsteuer.

          Doch was gilt es nach der Übertragung zu beachten? Überlassen die Eltern (Nießbraucher) das Grundstück Dritten zur Nutzung, erzielen sie steuerpflichtige Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Dies gilt auch bei einer Vermietung des Grundstücks an die Kinder (Eigentümer). Die Aufwendungen, die mit den Einkünften im Zusammenhang stehen, können die Eltern inklusive der steuerlichen Abschreibung als Werbungskosten in ihrer Steuererklärung geltend machen.

          Den Kindern als Eigentümer fließen keine Einkünfte aus der Immobilie zu. Das bedeutet: Mit dem Grundstück angefallene Aufwendungen sind keine Werbungskosten. Doch ist eine künftige Vermietung nach Wegfall des Nießbrauchs aus äußeren Umständen offensichtlich, können vorweggenommene Werbungskosten für künftige Mieteinnahmen steuerlich geltend gemacht werden. Dies hat das Finanzgericht Baden-Württemberg in einem Fall entschieden, in dem sich Geschwister das Eigentum an einem Nießbrauch belasteten Grundstück geteilt haben (Urteil vom 25. April 2017, 5 K 763/15, Revision vor dem Bundesfinanzhof anhängig unter IX R 20/17).

          Um den Eigentumsanteil der Schwester abzukaufen, nahm der Bruder ein Darlehen auf und konnte die damit anfallenden Schuldzinsen als vorweggenommene Werbungskosten berücksichtigen. Für Steuerpflichtige empfiehlt es sich, Einspruch einzulegen und vorweggenommene Werbungskosten schon heute anzusetzen. Dann müssen allerdings auch Nachweise gesammelt werden, die verdeutlichen, dass man zukünftig Einkünfte erzielen will.

          Der Autor ist Steuerberater und Associate Partner bei EY.

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