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Der Steuertipp : So nutzen Sie Kursverluste

  • -Aktualisiert am

Blick auf die Dax-Tafel an der Frankfurter Börse. Bild: Reuters

Ein Anleger hat Depots bei mehreren Banken. Wie kompliziert ist in diesem Fall unter anderem die Verlustverrechnung?

          Erzielen Kapitalanleger Verluste, stellt sich die Frage, ob und wie die Verluste steuerlich berücksichtigt werden können. Bei der Abgeltungsteuer können beispielsweise Verluste aus Aktienveräußerungen nur mit selbigen Gewinnen verrechnet werden, Aktiengewinne hingegen auch mit anderen Verlusten (zum Beispiel aus Fondsverkäufen oder Termingeschäften). Aus Anlegersicht ist es daher wichtig, dass Aktiengewinne eines Jahres zunächst mit Aktienverlusten verrechnet werden und erst dann mit übrigen Verlusten. Die Banken berücksichtigen dies auch bei der Abgeltungsteuer.

          Kompliziert wird es, wenn ein Anleger Depots bei mehreren Banken hat. Werden bei einer Bank nur Aktiengewinne und sonstige Verluste erzielt, werden diese verrechnet, auch wenn bei einer anderen Bank noch Aktienverluste und positive Kapitalerträge vorhanden sind. Vorteilhafter wäre es, zunächst die Aktiengewinne bei Bank 1 mit den Aktienverlusten bei Bank 2 zu verrechnen und die sonstigen Verluste von Bank 1 mit positiven Kapitalerträgen von Bank 2. Keine Bank kennt jedoch Aktiengewinne und -verluste der anderen Bank.

          Unklar war, ob der Anleger im Rahmen seiner jährlichen Steuererklärung eine derartige für ihn vorteilhafte Verrechnung vornehmen kann. Die Finanzverwaltung regelt nun eindeutig in ihrem Schreiben vom 17. Januar 2019, dass die Verrechnung innerhalb desselben Depots durch die jeweilige Bank nur zeitlich vorrangig ist. Der Depotinhaber kann auf Antrag die Verlustverrechnung der jeweiligen Bank im Rahmen der Veranlagung aufbrechen. Ob dies sinnvoll ist, muss man jeweils im Einzelfall unter Berücksichtigung des Sparerpauschbetrags (801Euro für Singles beziehungsweise 1602 Euro für Verheiratete) prüfen. Wichtig:

          Die depotübergreifende Verrechnung ist im Rahmen der Veranlagung zu beantragen, als Nachweis über bereits verrechnete Aktienveräußerungsgewinne sind grundsätzlich Steuerbescheinigungen der jeweiligen Banken erforderlich. Bis einschließlich 2018 gestattet die Finanzverwaltung auch einen Nachweis durch andere geeignete Unterlagen.

          Der Autor ist Steuerberater und Partner bei EY.

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