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Steuertipp : Kinderbetreuung durch die Oma absetzen

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Müssen Oma und Opa von weit anreisen, um die Enkel zu betreuen, können die Eltern diese in der Steuererklärung angeben. Bild: dpa

Eltern können zwei Drittel der Betreuungskosten für ihre Kinder als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Darunter fallen oft auch die Fahrtkosten der betreuenden Großeltern, hat das Finanzgericht Baden-Württemberg entschieden.

          Wer sein Kind von den Großeltern unentgeltlich betreuen lässt, kann Steuern sparen. Und das geht so: Eltern können zwei Drittel der Kosten, die für die Betreuung ihrer Kinder angefallen sind, als Sonderausgaben in der Steuererklärung angeben. Der Abzug ist je Kind auf 4000 Euro begrenzt. Berücksichtigt werden Kinder bis zum 14. Lebensjahr.

          Betreuen die Großeltern ihr Enkelkind und bekommen ihre Fahrtkosten von den Kindeseltern erstattet, können diese Aufwendungen sowohl für die Hin- wie für die Rückfahrt als Sonderausgabe angesetzt werden. Das hat das Finanzgericht Baden-Württemberg (Urteil vom 09.05.12; Az: 4 K 3278/11) entschieden. Voraussetzung ist, dass zwischen den Eltern und Großeltern im Voraus eine wie auch unter Fremden übliche schriftliche Vereinbarung getroffen wird. Die Angabe konkreter Betreuungszeiten ist nicht erforderlich.

          Die Großeltern müssen über die entstandenen Fahrtkosten Rechnungen erstellen. Eine Angabe in der Steuererklärung der Großeltern ist nicht erforderlich, denn sie erzielen keine Einnahmen. Ihnen werden lediglich entstandene Aufwendungen ersetzt. Die Zahlungen müssen per Überweisung erfolgen. Die Höhe der erstatteten Fahrtkosten muss dem entsprechen, was auch bei Fremden bezahlt würde. Im entschiedenen Fall wurden 30 Cent je gefahrenem Kilometer anerkannt. Die Abzugsfähigkeit anderer Aufwandsentschädigungen (zum Beispiel Verpflegungsaufwand) wurde bisher nicht richterlich geprüft.

          Folgendes Beispiel veranschaulicht die mögliche Steuerersparnis. Die Großmutter holt ihren Enkel zweimal in der Woche von der Kita ab. Dafür erhält sie von den Eltern des Kindes 1248 Euro Fahrtkosten erstattet. Davon können die Eltern 832 Euro geltend machen - vorausgesetzt, der Maximalbetrag von 4000 Euro ist nicht bereits anderweitig ausgeschöpft. Bei einem angenommenen Einkommensteuersatz von 30 Prozent ergäbe sich eine Steuerersparnis von 249 Euro.

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