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Steuertipp : Maria, Josef und der Fiskus

  • -Aktualisiert am

Bild: Bengt Fosshag

Josef und Maria mussten sich noch auf den Weg nach Bethlehem machen, um als brave Steuerbürger registriert zu werden. Heute ist das viel einfacher: Am 1. Januar kommt die neue Lohnsteuerkarte. Was Arbeitnehmer beachten müssen.

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          Die Weihnachtsgeschichte beginnt beim Evangelisten Lukas mit einem Steuerthema. Kaiser Augustus hatte alle Bewohner seines Reiches aufgefordert, sich in Listen einzutragen. Mit dieser Erhebung wollte er die Steuereinnahmen sichern. Daher machten sich Josef und Maria als brave Steuerbürger auf den Weg nach Bethlehem.

          Im Zeitalter von elektronischer Datenübermittlung muss heute niemand mehr weit reisen, um vom Fiskus erfasst zu werden. Ohne jegliches Zutun gelangen viele Daten der Steuerpflichtigen zum Finanzamt. Der Arbeitgeber beispielsweise übermittelt Gehalt und die einbehaltenen Steuern, die Rentenversicherung und andere Altersversorgungseinrichtungen teilen dem Amt Rentenzahlungen, Ruhebezüge und die einbehaltenen Sozialversicherungsbeiträge mit. Auch die Anbieter von privaten Krankenversicherungen oder Riester-Policen übermitteln alle Jahre wieder die Beiträge ihrer Kunden an den Fiskus.

          Freibeträge müssen mit elektronischer Lohnsteuerkarte neu beantragt werden

          Mit Beginn des neuen Jahres kommt die elektronische Lohnsteuerkarte. Die gespeicherten Daten der sogenannten Elektronischen-Lohn-Steuer-Abzugs-Merkmale - kurz ELStAM - werden künftig die Grundlage für den monatlichen Einbehalt der Lohnsteuer durch den Arbeitgeber sein. Die bisher auf der Papierlohnsteuerkarte oder der Ersatzbescheinigung enthaltenen Freibeträge werden aber nicht automatisch in die Datenbank übernommen. Der Arbeitnehmer muss sie neu beim Finanzamt beantragen.

          Diese Regelung betrifft beispielsweise die Werbungskosten, wenn sie über dem Arbeitnehmerpauschbetrag von 1000 Euro liegen (etwa für hohe Fahrtkosten zur Arbeit), oder andere Ausgaben (wie Kinderbetreuungskosten). Außerdem sollte der Steuerpflichtige prüfen, ob die Steuerklasse und die Anzahl der Kinder in ELStAM richtig erfasst sind. Das geht elektronisch über das Elster-Online-Portal. Der Vorteil: Dies erspart einem die Warteschlange, in die man sich sonst beim Finanzamt einreihen müsste.

          Meist werden durch die Digitalisierung Fehler vermieden und Zeit gespart. Doch kein System ist ohne Tücken, und im Einzelfall mag es Daten oder Lebensereignisse rund um Geburt und Heirat geben, die mit Fehlern in die elektronische Datenverarbeitung eingespeist werden. Der Steuerpflichtige ist daher gut beraten, darauf zu achten, welche steuerlich relevanten Daten rund um seine Person existieren und welche übertragen werden. Trotz aller Datenfülle gilt für ihn nämlich heute das Gleiche wie damals für die Hirten vom Felde: „Fürchtet Euch nicht, sondern schaut hin!“

          Der Autor ist Steuerberater und Partner bei Ernst & Young.

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