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Steuertipp : Weihnachtszeit ist Spendenzeit

  • -Aktualisiert am

In der Adventszeit spenden die Deutschen besonders gerne. Bild: dpa

Spenden ist nicht nur eine gute Tat, es zahlt sich auch steuerlich aus: Zuwendungen für gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke dürfen bei der Ermittlung des Einkommens als Sonderausgaben abgezogen werden.

          Für das Jahr 2014 wird ein neuer Spendenrekord in Deutschland erwartet. Gerade in der Weihnachtszeit ist die Spendenbereitschaft besonders hoch. Neben der guten Tat lohnt sich das Spenden auch steuerlich. Zuwendungen für gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke dürfen bei der Ermittlung des Einkommens als Sonderausgaben abgezogen werden. Allerdings nicht unbegrenzt, sondern pro Jahr bis zu 20 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte. Übersteigen die Spenden in einem Jahr die Grenze, können sie in den folgenden Jahren geltend gemacht werden.

          Voraussetzung für den Spendenabzug ist der Nachweis durch eine sogenannte Zuwendungsbestätigung, die dem Steuerpflichtigen von den meisten Organisationen bis Ende Februar des Folgejahres automatisch zugesendet wird. Aufgrund des regelmäßig fehlenden Nachweises sind Kollekten während eines Gottesdienstes oder Spenden bei einer Straßensammlung nicht abziehbar.

          Für Spenden bis zu 200 Euro gibt es ein vereinfachtes Verfahren. Als Nachweis genügt ein Bareinzahlungsbeleg oder ein Kontoauszug. Bloße Überweisungsdurchschriften reichen hingegen nicht aus. Zusätzlich ist ein Beleg des Spendenempfängers über den steuerbegünstigten Zweck erforderlich. Bei einer Online-Spende, die direkt über die Internetseite einer Spendenorganisation getätigt wird, genügt zumeist ein Ausdruck des Spendenauftrags, aus dem der steuerbegünstigte Zweck hervorgeht.

          Der vereinfachte Spendennachweis gilt auch bei Spenden zur Hilfe in Katastrophenfällen, und zwar unabhängig von der Spendenhöhe. Allerdings muss die Spende innerhalb eines von der Finanzverwaltung bestimmten Zeitraums auf eigens dafür eingerichteten Sonderkonten von Hilfsorganisationen, wie beispielsweise dem Deutschen Roten Kreuz oder dem Diakonischen Werk, eingezahlt werden. Ein Beleg des Spendenempfängers über den steuerbegünstigten Zweck ist dann nicht erforderlich.

          Bei einer zentralen Spendenaktion für einen Katastrophenfall, etwa durch den Arbeitgeber, wird auch die Überweisung zunächst auf ein Treuhandkonto des Arbeitgebers akzeptiert, wenn die Spenden von dort auf ein Sonderkonto weitergeleitet werden. Erforderlich ist dann sowohl ein Zahlungsnachweis der eigenen Bank als auch der Bank des Arbeitgebers.

          Begünstigt sind grundsätzlich auch Spenden an eine ausländische Organisation in einem anderen Staat der Europäischen Union oder des Europäischen Wirtschaftsraums (also einschließlich Norwegen, Island, Liechtenstein), wenn sie die Voraussetzungen nach deutschem Gemeinnützigkeitsrecht erfüllt. Nachweisen muss das der Steuerpflichtige, zum Beispiel durch Vorlage der Satzung oder von Tätigkeitsberichten. Aufgrund der strengen Anforderungen des deutschen Gemeinnützigkeitsrechts gelingt der Nachweis regelmäßig nur schwer. Alternativ bietet sich eine Spende an eine inländische Fördereinrichtung an, die die Gelder an die ausländische Organisation weiterleitet. Dann genügt der Nachweis, dass die Mittel für einen steuerbegünstigten Zweck verwendet werden.

          Wer regelmäßig spendet und seine Spenden nicht erst in der Einkommensteuererklärung geltend machen möchte, kann beim Finanzamt einen Lohnsteuerfreibetrag beantragen. Dann wird bereits während des Jahres weniger Lohnsteuer einbehalten.

          Voraussetzung ist allerdings, dass die Spenden zusammen mit anderen Sonderausgaben, Werbungskosten und außergewöhnlichen Belastungen den automatisch berücksichtigten Werbungskostenpauschbetrag von 1000 Euro um mindestens 600 Euro übersteigen. Die tatsächlich geleisteten Spenden müssen aber weiterhin im Rahmen der Einkommensteuererklärung nachgewiesen werden.

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