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Der Steuertipp : Weniger Erbschaftsteuer

  • -Aktualisiert am

Eine Immobilienerbschaft kann hohe Steuern mit sich bringen. Bild: dpa

Bei Erbschaft und Schenkung von Immobilien können hohe Steuern anfallen. Aber es gibt manchmal einen Weg, die Steuerlast zu senken.

          Wer eine Immobilie erbt oder geschenkt bekommt, muss bei Überschreitung der Freibeträge Erbschaft- oder Schenkungsteuer zahlen. Steuersatz und Steuerfreibetrag richten sich nach der verwandtschaftlichen Beziehung zwischen dem Erblasser oder Schenkenden und dem Begünstigten. Der Steuerfreibetrag wird alle zehn Jahre neu gewährt und liegt zwischen 20.000 (keine Verwandtschaft) und 500.000 Euro (Ehegatten und eingetragene Lebenspartner, nicht aber Lebensgefährten). Doch wie bemisst sich der Wert der Immobilie?

          Der steuerlich anzusetzende Wert der Immobilie ist nach den Regeln des Bewertungsgesetzes zu ermitteln. Das Bewertungsgesetz gibt in Abhängigkeit von der Nutzung der Immobilie ein standardisiertes Bewertungsverfahren vor. Zur Entlastung der Finanzämter und der Steuerpflichtigen arbeitet der Gesetzgeber hierbei mit Typisierungen und Pauschalierungen. Hierdurch bleiben jedoch die objekt- oder lagespezifischen Eigenschaften der Immobilie unberücksichtigt, so dass der nach dem Bewertungsgesetz ermittelte steuerliche Wert höher sein kann als der tatsächliche Verkehrswert.

          Das könnte etwa der Fall sein bei einem Instandhaltungsstau an der Immobilie, einschränkenden Sonderrechten wie einem Dauerwohnrecht, Altlasten oder einer unattraktive Lage der Immobilie. Die Typisierung nach dem Gesetz würde dann dazu führen, dass der Wert der Immobilie und damit die zu zahlende Steuer zu hoch wäre.

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          Daher hat der Gesetzgeber in Paragraph 198 des Bewertungsgesetzes eine Öffnungsklausel vorgesehen. Danach ist der Verkehrswert der Immobilie anzusetzen, wenn der Steuerpflichtige nachweist, dass dieser niedriger ist als der steuerliche Wert. Daher kann insbesondere bei Vorlage besonderer Umstände (wie etwa eines Instandhaltungsstaus oder bei Altlasten) die Einholung eines Verkehrswertgutachtens sinnvoll sein und zu einer niedrigen Steuerbelastung führen.

          Zum Autor

          Jürgen Lindauer ist Steuerberater bei KPMG

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