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Siemens und Osram : Wie Aktienmarkt Spin-offs steuerlich behandelt werden

  • -Aktualisiert am

Der Spin-off von Osram aus dem Siemens-Konzern ist eines der prominentesten Beispiele. Bild: dpa

Bei einem Aktienmarkt Spin-off überträgt eine Aktiengesellschaft Anteile an einer anderen Gesellschaft ohne Gegenleistung auf ihre Aktionäre. Prominentes Beispiel ist Osram und Siemens.

          Immer wieder gibt es am Aktienmarkt Spin-offs. Dabei überträgt eine Aktiengesellschaft Anteile an einer anderen Gesellschaft, oft einer Tochtergesellschaft, ohne Gegenleistung auf ihre Aktionäre. Prominentes Beispiel hierfür ist der kürzlich durchgeführte Spin-off von Osram aus dem Siemens-Konzern.

          Spin-offs werden steuerneutral behandelt, wenn die Voraussetzungen einer Abspaltung erfüllt werden. Das ist dann der Fall, wenn ein Teil eines Unternehmens auf eine neugegründete Gesellschaft übertragen wird. Deren Anteile werden direkt an die bisherigen Anteilseigner ausgegeben. Bei anderen Spin-offs erhalten die Anleger Anteile, die ihre Gesellschaft schon seit langem hält.

          Beispiel Osram und Siemens

          Die steuerliche Behandlung zeigt das Beispiel Osram. Dabei erhielt der Aktionär für zehn Siemens-Aktien eine zusätzliche Osram-Aktie. Da es sich rechtlich um eine Abspaltung handelt, ist die Gutschrift der Osram-Aktie nicht steuerpflichtig. Es wird jedoch der Anschaffungspreis der gehaltenen Siemens-Aktien zum Teil auf die neuen Osram-Aktien übertragen. Hat ein Aktionär zum Beispiel zehn Siemens-Aktien zu insgesamt 1100 Euro angeschafft, erhält er nun zusätzlich eine Osram-Aktie. Wird das Spaltungsverhältnis von 10:1 verwendet, sinken die ursprünglichen Anschaffungskosten der Siemens-Aktien auf 1000 Euro. Für die Osram-Aktie wird ein Anschaffungspreis von 100 Euro angesetzt. Wurden die Siemens-Aktien vor 2009 angeschafft, können nicht nur diese, sondern auch die erhaltenen Osram-Aktien steuerfrei veräußert werden. Aufgrund eines kürzlich in Kraft getretenen steuerlichen Gesetzes gilt diese Regelung nun auch für ausländische Abspaltungen, die seit Jahresbeginn 2013 durchgeführt wurden.

          Banken können jedoch vor allem bei ausländischen Spin-offs nur selten eindeutig feststellen, ob eine Abspaltung vorliegt. Im Zweifel wird daher oft eine steuerpflichtige Sachausschüttung in Form von Aktien unterstellt. Diese unterliegt dann wie die Bardividende der Steuer. Allerdings fließt dann kein Geld, von dem die Bank Steuern abführen könnte. Zudem ist oft der Kapitalertrag nicht ermittelbar, weil für die neu zugeteilten Aktien keine Kurse vorliegen. Daher kann bei Spin-offs ausländischer Gesellschaften auch vereinfachend ein Kapitalertrag von null Euro angesetzt werden. Zu einer Besteuerung kommt es dennoch: Denn der Ertrag von null wird gleichzeitig als Anschaffungspreis angesetzt. Somit muss bei einem späteren Verkauf der Anteile nicht nur der Gewinn, sondern der gesamte Verkaufserlös versteuert werden.

          Die neuen Anteile gelten im Zeitpunkt der Depoteinbuchung als angeschafft, so dass eine spätere Veräußerung stets der Abgeltungssteuer unterliegt. Es sei denn, der Anleger kann nachweisen, dass es sich um eine Abspaltung handelt.

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