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Der Steuertipp : Aktien für Mitarbeiter

  • -Aktualisiert am

Bild: Bengt Fosshag

Wenn Mitarbeiter Aktien ihres Arbeitgebers halten, müssen sie einiges beachten. Denn die Firmen-Aktien gelten als geldwerter Vorteil - und sind ab einem Freibetrag von 360 Euro im Jahr lohnsteuerpflichtig.

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          Um Arbeitnehmer durch Beteiligung am Unternehmenswert zu motivieren und gleichzeitig an das Unternehmen zu binden, setzen viele Unternehmen auf Mitarbeiterbeteiligungsmodelle. Am häufigsten werden dabei Aktienoptionen ausgegeben. Hierbei räumt der Chef seinen Beschäftigten das Recht ein, zu einem bestimmten Ausübungspreis Aktien des Arbeitgebers zu erwerben. Teilweise erhält der Arbeitnehmer das Recht, die Aktienoptionen bereits vor Ausübung zu veräußern (handelbare Aktienoptionen). Grundsätzlich stellt die Gewährung der Aktien aufgrund der Option einen lohnsteuerpflichtigen geldwerten Vorteil dar. Er bemisst sich am Wert der Aktien im Zeitpunkt der Einbuchung auf das Depot des Arbeitnehmers abzüglich eines vom Arbeitnehmer zu zahlenden Ausübungspreises.

          Dabei steht jedem Arbeitnehmer grundsätzlich ein Steuerfreibetrag von 360 Euro im Jahr für geldwerte Vorteile aus Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen zu. Erfolgte die Einbuchung der Aktien ab 2009, so unterliegt ein späterer Gewinn aus der Veräußerung dieser Aktien grundsätzlich der Abgeltungssteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag von insgesamt 26,375 Prozent. Als Anschaffungskosten der Aktien ist der Wert der Aktien bei Einbuchung in das Arbeitnehmerdepot anzusetzen.

          Das lässt sich gut an einem Beispiel zeigen: Der Arbeitnehmer erhält eine Mitarbeiteraktienoption, die ihn dazu berechtigt, eine Aktie des Unternehmens für 50 Euro zu erwerben. Er übt die Option später aus und erhält dafür eine Aktie im Wert von 100 Euro. Diese Aktie veräußert er später für 120 Euro.

          Das bedeutet: Der Arbeitnehmer erhält einen lohnsteuerpflichtigen Zufluss bei Einbuchung der Aktie in sein Depot von 50 Euro. Bei der späteren Veräußerung erzielt er einen abgeltungssteuerpflichtigen Veräußerungsgewinn von 20 Euro (120-100).

          Auch wenn die Ausübung der Aktienoption erst stattfindet, wenn der Arbeitnehmer schon im Ruhestand ist, handelt es sich grundsätzlich um Arbeitslohn. Allerdings erfolgt die Steuerbefreiung in Höhe von 360 Euro nach einem BMF-Schreiben vom 12. November 2014 nur dann, wenn das Arbeitsverhältnis bei Gewährung der kostenfreien oder verbilligten Aktienoptionen noch bestand.

          Ausgleichszahlung statt Aktien

          Bei Einbuchung der Aktien kann sich ein sehr hoher steuerpflichtiger Arbeitslohn ergeben, so dass sich der persönliche Steuersatz des Arbeitnehmers aufgrund der Steuerprogression stark erhöhen kann. Um diesen Effekt abzumildern, gibt es die Möglichkeit einer Steuertarifermäßigung. Hierbei wird für Zwecke der Steuerberechnung der geldwerte Vorteil quasi auf fünf Jahre gleichmäßig verteilt. Die so ermittelte Steuer fällt jedoch vollständig im Jahr des Zuflusses an. Voraussetzung für diese Tarifermäßigung ist allerdings, dass die Laufzeit zwischen Einräumung und Ausübung der Aktienoption mehr als 12 Monate betragen hat und dass das Arbeitsverhältnis nach Einräumung der Aktienoption mindestens noch zwölf Monate fortbestanden hat. Die Tarifermäßigung kommt auch dann in Betracht, wenn das Arbeitsverhältnis bei Optionsausübung nicht mehr besteht.

          Teilweise erhält der Arbeitnehmer bei Ausübung der Option statt Aktien eine Ausgleichszahlung. Dies ist insbesondere bei virtuellen Aktienoptionen der Fall. Die Ausgleichszahlung bemisst sich nach dem Wert der fiktiv zu erwerbenden Aktien abzüglich des Ausübungspreises und ist bei Zufluss steuerpflichtiger Arbeitslohn.

          Veräußert der Arbeitnehmer eine handelbare Option statt sie auszuüben, so stellt dies ebenfalls einen lohnsteuerpflichtigen geldwerten Vorteil in Höhe des Werts der Option im Zeitpunkt der Veräußerung dar. Kauft er aber später noch weitere Aktien an der Börse zu, unterliegen Gewinne daraus der niedrigeren Abgeltungssteuer.

          Sie haben Fragen an unsere Steuerexperten? Dann schreiben Sie uns unter steuertipp@faz.de Wir wählen regelmäßig Fragen aus, die unsere Fachleute hier im Steuertipp beantworten.

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