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Steuertipp : Wenn der Arbeitgeber das Studium bezahlt

  • -Aktualisiert am

Bild: Bengt Fosshag

Erhöht sich die Einsatzfähigkeit eines Arbeitnehmers durch ein berufsbegleitendes Studium, das der Arbeitgeber bezahlt, können davon beide steuerlich profitieren.

          Bilden sich Mitarbeiter eines Unternehmens weiter, profitiert auch der Betrieb - etwa bei einem Master-Studium, das neben der Arbeit absolviert wird. Die Finanzverwaltung hat jüngst die Spielregeln neu kommentiert, nach denen der Fiskus die Übernahme der Studiengebühren durch den Arbeitgeber anerkennt, ohne dass der Arbeitnehmer zusätzliche Steuern zahlen muss und der Arbeitgeber seinen steuermindernden Abzug als Betriebsausgaben verliert (BMF-Schreiben vom 13. 4. 2012, IV C 5 - S 2332/07/0001).

          Voraussetzung der steuerlichen Anerkennung ist ein überwiegend eigenbetriebliches Interesse des Arbeitgebers. Das liegt vor, wenn sich die Einsatzfähigkeit des Arbeitnehmers durch das Studium erhöht - er also zum Beispiel anspruchsvollere Aufgaben erfüllen kann. Die angenehmen steuerlichen Folgen: Der Arbeitgeber darf die Kosten der Fortbildung als Betriebsausgaben steuermindernd geltend machen, und der Arbeitnehmer muss diese „Subvention“ nicht als geldwerten Vorteil versteuern. Weitere positive Folge: Sozialversicherungsbeiträge fallen dann ebenfalls nicht an. Das gilt unabhängig davon, wer gegenüber der Lehreinrichtung verpflichtet ist, die Studiengebühren zu zahlen. Ist der Mitarbeiter dazu verpflichtet, ist allerdings eine Klippe zu beachten: Hier muss sich der Arbeitgeber vorher schriftlich gegenüber dem Arbeitnehmer verpflichten, sie zu erstatten. Andernfalls läuft der Arbeitnehmer Gefahr, dass die Finanzverwaltung ihm einen steuerpflichtigen Vorteil unterstellt.

          Steuerliche Vorteile gelten auch für Studium im elterlichen Betrieb

          Der Arbeitgeber kann dem Arbeitnehmer die Studiengebühren auch als Darlehen gewähren. Weder bei der Vergabe noch bei der Rückzahlung eines solchen Darlehens wittert der Fiskus einen Vorteil für den Mitarbeiter - vorausgesetzt, die Vereinbarungen über Verzinsung, Kündigung und Rückzahlung wurden ausgehandelt wie unter fremden Dritten. Bleibt der Mitarbeiter dem Arbeitnehmer nach der Fortbildung erhalten, kann selbst der nachträgliche Erlass des Darlehens lohnsteuerlich außen vor bleiben.

          Die steuerlichen Vorteile für beide Seiten gelten auch für ein Studium, das die Tochter oder der Sohn im elterlichen Betrieb im Rahmen ihrer Tätigkeit absolvieren. Vorausgesetzt natürlich, die Konditionen werden wie unter fremden Dritten üblich vereinbart und auch tatsächlich umgesetzt.

          Selbst wenn der Fiskus von einem geldwerten Vorteil ausgeht, bleibt eine Hintertür: Der Arbeitnehmer kann die Kosten des berufsbegleitenden Studiums in seiner Einkommensteuererklärung als Werbungskosten geltend machen und sich so die Lohnsteuer auf den geldwerten Vorteil vom Finanzamt „wiederholen“.

          Die Autorin ist Steuerberaterin und Partner der Ernst & Young GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

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