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Steuertipp : Was tun bei falschem Steuerbescheid?

  • -Aktualisiert am

Auch das Finanzamt macht mal Fehler. Bild: dpa

Wer einen fehlerhaften Einkommensteuerbescheid erhält, sollte Einspruch einlegen. Worauf Steuerzahler dabei achten müssen.

          In diesen Tagen halten viele Bürger ihren Einkommensteuerbescheid in den Händen. Ein prüfender Blick lohnt sich, denn dem Finanzamt unterlaufen Fehler.

          Hat es Abzugsbeträge nicht berücksichtigt oder Zahlen falsch übertragen, sollte Einspruch eingelegt werden. Gleiches gilt für Nachmeldungen von zum Beispiel Werbungskosten oder Sonderausgaben, die der Steuerpflichtige in der Steuererklärung schlicht vergessen hat. Gleichzeitig kann man für fällige Steuerbeträge, die wegen Fehlern eigentlich nicht zu zahlen wären, einen Zahlungsaufschub beantragen. Aber verliert man dann den Einspruch, fallen Zinsen an.

          Der Einspruch muss innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Steuerbescheides schriftlich bei der Finanzbehörde per Brief, E-Mail oder Fax eingelegt werden. Aber Vorsicht: Das Finanzamt kann dann den ganzen Steuerbescheid noch mal voll prüfen, also nicht nur die Position, gegen die sich der Einspruch richtet. Schlimmstenfalls kann der Bescheid auch zum Nachteil des Steuerpflichtigen geändert werden. Man sollte daher immer vorab prüfen, ob nicht ein sogenannter „Antrag auf schlichte Änderung“ bereits das gewünschte Ziel erreicht. Dann wird nur die umstrittene Position überprüft. Die Möglichkeit, einen Zahlungsaufschub zu beantragen, gibt es dann aber nicht.

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          Will der Steuerpflichtige nach Ablauf der Einspruchsfrist noch vergessene Aufwendungen absetzen, darf ihn kein grobes Verschulden an der bisherigen Nichtberücksichtigung treffen. Dabei kann ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofes (BFH) helfen. Nach seiner Meinung ist es mitunter bei elektronischen Steuererklärungen am Computer schwieriger als in einer Erklärung auf Papier, den Überblick über die ausfüllbaren Felder zu erlangen. Das „schlichte Vergessen“ von steuermindernden Verlusten war daher in dem Fall nicht grob fahrlässig, sodass das noch nachgeholt werden konnte (Urteil vom 10.02.2015, IX R 18/14). Anders liegt der Fall allerdings laut BFH, wenn der Steuerpflichtige eine in den Steuerformularen gestellte Frage nicht beantwortet oder ausreichend verständliche Hinweise bewusst nicht beachtet.

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