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Steuertipp : Schenkungssteuer sparen - mit der Gütertrennung

  • -Aktualisiert am

Bild: Bengt Fosshag

In einer Ehe gehört jedem Partner das, was er in die Ehe mitgebracht hat, was er geschenkt bekommt oder erbt. Vereinbaren die Eheleute aber freiwillig eine Gütertrennung, so können sie schenkungssteuerfrei Vermögen des einen auf den anderen übertragen.

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          Wenn nichts anderes notariell vereinbart wurde, leben Eheleute in einer Zugewinngemeinschaft. Das heißt, anders als oft angenommen, dass jedem Partner das gehört, was er in die Ehe mitgebracht hat, was er geschenkt bekommt oder erbt und was er während der Ehe selbst verdient und nicht ausgegeben hat. Es gilt also: „Meins bleibt meins und deins bleibt deins.“ Wichtig auch: Durch die Zugewinngemeinschaft entsteht keine rechtliche Haftung des einen für finanzielle Verfehlungen des anderen Ehepartners. Wirtschaftlich und haftungsrechtlich bleiben beide trotz Ehe getrennt.

          Erst wenn die Zugewinngemeinschaft beendet wird, kommt es zum Vermögensausgleich zwischen den Partnern. Hat einer der beiden seit Eheschließung mehr erwirtschaftet und gespart als der andere, muss er dieses Mehr mit seinem Partner teilen. Dieser hat ein Recht auf die Hälfte von dem, was der andere an Mehrwert geschaffen und nicht ausgegeben hat. Dieser Anspruch entsteht zum Beispiel im Falle der Scheidung, aber auch beim Tod des Partners mit dem höheren Zugewinn.

          Einige Spielregeln beachten

          Möglich ist es aber auch, diese Umverteilung bei Fortbestehen der Ehe in Gang zu setzen. Die Prozedur ist einfach: Die Partner vereinbaren freiwillig und in gegenseitigem Einvernehmen eine vertragliche Gütertrennung. Eheleute können auf diese Weise schenkungssteuerfrei (!) Vermögen des einen auf den anderen übertragen. Damit können sie die Versorgung des Partners absichern, aber auch das übertragene Vermögen vor Ansprüchen anderer abschotten. Ein weiterer Aspekt: Gegebenenfalls verschafft sich das Ehepaar per Gütertrennung zusätzliches Potential, Vermögen schenkungssteuerfrei auf die gemeinsamen Kinder zu übertragen. Denn der mit zusätzlichem Vermögen ausgestattete Ehepartner kann seine persönlichen Freibeträge auf diesem Weg möglicherweise besser ausschöpfen.

          In vielen Fällen hilft der Übergang zur Gütertrennung sogar dabei, in der Vergangenheit erfolgte steuerpflichtige Schenkungen rückwirkend steuerfrei zu stellen. Das kann der Fall sein, wenn Sparvermögen zwischen den Ehepartnern übertragen wird, wenn ein Partner hohe Beiträge zur Lebensversicherung des anderen übernimmt, wenn er vermietete Immobilien zugunsten des anderen bezahlt oder ihm Wertpapierdepots zuwendet.

          Beim Wechsel in die Gütertrennung sind lediglich einige Spielregeln zu beachten. Schenkungen der Vergangenheit lassen sich meist auf den Zugewinnausgleichsanspruch anrechnen und werden rückwirkend steuerfrei. Und der Zugewinnausgleich hilft selbst dann, wenn das Finanzamt unbemerkte Zuwendungen entdeckt hat und sie nachträglich mit Schenkungssteuern belegen will. Solchen Forderungen kann das Paar mit dem Instrument Zugewinnausgleich den Garaus machen - sogar im Nachhinein. Und es kann auch jederzeit wieder in die Zugewinngemeinschaft zurückkehren.

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