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Steuertipp : Reisekosten richtig absetzen

  • -Aktualisiert am

Bild: Bengt Fosshag

Die Besteuerung von Dienstreisen soll von 2014 an neu geregelt werden. Das betrifft vor allem Fahrtkosten, Verpflegungsmehraufwendungen und Übernachtungskosten.

          Der Bundestag hat einige Neuerungen bei den steuerlichen Reisekosten verabschiedet. Auch der Bundesrat hat zugestimmt. Die Neuregelungen betreffen insbesondere die Bereiche Fahrtkosten, Verpflegungsmehraufwendungen und Übernachtungskosten. Mit dem neuen Recht wird die Ermittlung der abziehbaren Reisekosten oftmals einfacher. Abhängig vom Einzelfall können mitunter höhere, aber auch geringere Aufwendungen angesetzt werden. Die Neuerungen gelten von 2014 an, damit Arbeitnehmer und Arbeitgeber genügend Zeit für die Umstellung haben.

          Bei den Fahrtkosten wechselt der Gesetzgeber aus Vereinfachungsgründen von der „regelmäßigen Arbeitsstätte“ zur „ersten Tätigkeitsstätte“. Für jeden Arbeitnehmer gibt es pro Dienstverhältnis nur noch eine „erste Tätigkeitsstätte“. Für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte gilt weiterhin die Entfernungspauschale von 30 Cent pro Entfernungskilometer (einfache Strecke). Vorteilhaft: Für alle anderen beruflichen Fahrten dürfen die tatsächlich entstandenen Aufwendungen als Werbungskosten geltend gemacht werden. Alternativ kann der Arbeitnehmer dafür einen pauschalen Kilometersatz nach dem Bundesreisekostengesetz ansetzen. Um Streit über die erste Arbeitsstätte mit dem Finanzamt zu vermeiden, kann arbeits- oder dienstvertraglich festgelegt werden, welcher Arbeitsstätte der Arbeitnehmer dauerhaft zugeordnet ist. Dieser Ort gilt dann als erste Arbeitsstätte. In Zweifelsfällen gilt die der Wohnung des Arbeitnehmers am nächsten liegende Tätigkeitsstätte als die „erste Tätigkeitsstätte“.

          Deutliche Vereinfachungen gibt es bei den Verpflegungsmehraufwendungen. Statt drei gibt es ab 2014 nur noch zwei Pauschbeträge: zwölf Euro und 24 Euro. Für eine eintägige Dienstreise dürfen zwölf Euro als Werbungskosten abgezogen werden, wenn der Arbeitnehmer mehr als acht Stunden unterwegs war. Bei einer Abwesenheit von genau acht Stunden dürfen keine Verpflegungsmehraufwendungen abgezogen werden; aktuell gilt hierfür noch ein Pauschbetrag von sechs Euro.

          Weniger Aufzeichnungen

          Bei mehrtägigen Dienstreisen dürfen künftig jeweils 12 Euro für den Anreisetag und für den Abreisetag geltend gemacht werden. Das ist eine Vereinfachung, weil eine Mindestabwesenheitszeit am Anreise- und Abreisetag, anders als bisher, nicht mehr verlangt wird. Der Dienstreisende muss somit deutlich weniger Aufzeichnungen über die tatsächlichen Abwesenheitszeiten führen als bisher. Bei dazwischenliegenden Tagen (Abwesenheit von 24 Stunden) dürfen 24 Euro als Werbungskosten geltend gemacht werden.

          Ein Beispiel: A ist auf einer dreitägigen Dienstreise. Der Arbeitgeber zahlt die zwei Hotelübernachtungen, zwei Mal das Frühstück, ein Mittag- und ein Abendessen. Das vermindert den abziehbaren Betrag. Die Verpflegungspauschale von insgesamt 48 Euro (12 Euro Anreisetag + 12 Euro Abreisetag + 24 Euro Zwischentag) ist um 28,80 Euro zu kürzen (zweimal 4,80 Euro Frühstück plus zweimal 9,60 Euro für das Mittag- und Abendessen). Verbleiben unter dem Strich 19,20 Euro, die A als Werbungskosten ansetzen kann.

          Der Autor ist Steuerberater bei KPMG.

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