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Der Steuertipp : Sind Gutscheine steuerfrei?

  • -Aktualisiert am

Gutscheine als Geschenk sind zu Weihnachten auch bei Arbeitgebern beliebt. Bild: obs

Arbeitgeber wollen zu Weihnachten Mitarbeitern eine Freude machen. Beliebt sind Tankgutscheine, Einkaufsgutscheine oder Gutscheinkarten zum Aufladen als Geschenk. Wie sieht das mit der Steuer aus?

          In der Weihnachtszeit wird gern die Geschichte der Weisen aus dem Morgenland zitiert, die dem Kind in der Krippe Gold, Weihrauch und Myrrhe überreicht haben sollen. Das waren damals hochwertige Präsente. Auch heutzutage wollen Arbeitgeber den Mitarbeitern zur Motivation oft eine Freude bereiten.

          Beliebt sind Tankgutscheine, Einkaufsgutscheine oder Gutscheinkarten zum Aufladen. Weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer müssen dafür Steuern zahlen, soweit es sich bei den gewährten Vergünstigungen um einen Sachbezug handelt und dieser unter der monatlichen 44-Euro-Freigrenze liegt. Wird diese jedoch überschritten oder handelt es sich um Barlohn, kann das Geschenk zu einer steuerpflichtigen Bürde werden.

          Doch wie grenzt man zwischen steuerpflichtigem Barlohn und dem günstigeren Sachbezug ab? Dazu hat sich der Bundesfinanzhof in zwei unterschiedlichen Fällen geäußert (Urteil vom 7. Juni 2018, VI R 13/16 und Urteil vom 4. Juli 2018, VI R 16/17): Im ersten Fall hat der Arbeitgeber als Versicherungsnehmer eine (Gruppen-)Zusatzkrankenversicherung zugunsten der Mitarbeiter abgeschlossen. Im anderen Fall zahlte der Arbeitgeber dagegen einen Zuschuss zu einer Zusatzkrankenversicherung, die der Arbeitnehmer in eigenem Namen abschloss. Für die Abgrenzung von Bar- und Sachlohn ist für die Richter entscheidend, welche Leistung der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber auf Grundlage der arbeitsvertraglichen Vereinbarungen beanspruchen kann. Ist der Anspruch die Sache selbst wie im ersten Fall (Versicherungsschutz), liegt Sachbezug vor. Im zweiten Fall sahen die Richter hingegen einen steuerpflichtigen Barlohn.

          Abzuwarten bleibt, wie die Finanzverwaltung reagiert, die derzeit die Fälle am liebsten als Barlohn betrachtet. Die Gefahr droht, dass auch andere Modelle wie Gutscheinkarten als Barlohn angesehen werden. Arbeitgeber sollten daher ihren Mitarbeitern eine Sachleistung schenken und keinen Zuschuss zu einer solchen Leistung. Und Arbeitnehmer sollten ihre Chefs auf die neue Rechtsprechung aufmerksam machen.

          Der Autor ist Steuerberater und Partner bei EY.

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