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Der Steuertipp : Steuern sparen mit Mitarbeiteranteilen

  • -Aktualisiert am

Anteile am eigenen Unternehmen sind bei Start-ups üblich – und auch ein Thema für die Steuererklärung. Bild: Martin Hock

Das Fondsstandortgesetz hat die Steuerfreiheit von Mitarbeiteranteilen verbessert. Trotzdem gibt es auch weiter einiges zu beachten.

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          Um Mitarbeiter am Erfolg des Unternehmens zu beteiligen, eignen sich Mitarbeiterkapitalbeteiligungen. Sie sind zwar für Unternehmen aller Größen und Branchen möglich, aber gerade bei Start-ups ein wichtiges Instrument, um benötigte Fachkräfte an sich zu binden. Die Bedingungen hat nun der Gesetzgeber durch sein Fondsstandortgesetz zumindest in einigen Punkten verbessert. Der Bundesrat hat am 28. Mai zugestimmt. Das Überlassen kostenfreier oder verbilligter Anteile am Unternehmen löst grundsätzlich einen als Arbeitslohn zu versteuernden geldwerten Vorteil beim Arbeitnehmer aus. Bisher fielen bereits im Zeitpunkt der Übertragung Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge an.

          Damit wurden schon Abgaben fällig, bevor der Mitarbeiter die Beteiligung verkaufen konnte (sogenanntes „dry income“). Bisher konnte ein Steuerfreibetrag von 360 Euro genutzt werden. Hier bessert nun das Fondsstandortgesetz nach. So wird der Freibetrag auf 1440 Euro angehoben, was im internationalen Vergleich aber immer noch gering ist.

          Zweite wichtige Änderung: Bei Erhalt der Beteiligung greift nun nicht zwingend die unmittelbare Besteuerung. Der Arbeitnehmer kann wählen, dass die Besteuerung erst nach zwölf Jahren greift, es sei denn, vor Ablauf dieses Zeitraums wird der Arbeitgeber gewechselt oder die Beteiligung veräußert. In diesem Falle wäre der entsprechende Zeitpunkt maßgeblich. Wichtig: Davon kann man nur profitieren, wenn das Unternehmen bestimmte Größenmerkmale nicht überschreitet (etwa 250 Mitarbeiter, bestimmte Umsatzgrenzen). Auch darf das Unternehmen nicht älter als zwölf Jahre sein. Um späteren Streit mit dem Finanzamt bei nachgelagerter Besteuerung zu vermeiden, ist der zunächst nicht besteuerte Vorteil verpflichtend im Rahmen einer Lohnsteueranrufungsauskunft mit dem Finanzamt nach Übertragung zu bestätigen.

          Wichtig bleibt, die erzielten Veräußerungserlöse der richtigen Einkunftsart zuzuordnen. Arbeitslohn wird abhängig vom sonstigen Einkommen mit bis zu 45 Prozent versteuert, Kapitaleinkünfte dagegen pauschal mit 25 Prozent. Welche Einkunftsart vorliegt, hängt von der Ausgestaltung im Einzelnen ab. Für Kapitaleinkünfte sprechen regelmäßig ein Eigeninvestment mit Verlustrisiko sowie die Unabhängigkeit vom Anstellungsverhältnis, wie der Bundesfinanzhof bestätigt (Urteil vom 1. Dezember 2020, VIII R 40/18).  

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