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Der Steuertipp : Das Maximum aus der späten Steuererklärung herausholen

  • -Aktualisiert am

Die Zeit der Papier-Formulare sollte eigentlich vorbei sein. Bild: dpa

Gute Nachrichten für alle, die sich etwas mehr Zeit lassen: Die Frist für die Abgabe der Steuererklärung wurde verlängert. Weitere Besonderheiten kommen hinzu.

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          Das Gute vorweg: Auch Steuerpflichtige, die nicht von einem Steuerberater unterstützt werden, haben länger Zeit für ihre Einkommensteuererklärung 2020. Sie können sie nun bis zum 31. Oktober abgeben, in Bundesländern mit Allerheiligen als Feiertag bis zum 2. November.

          Die Erklärung 2020 hält wegen der Pandemie Besonderheiten parat. Dies gilt für in der Krise bezogenes Kurzarbeitergeld, das steuerfrei ist, jedoch dem sogenannten Progressionsvorbehalt unterliegt. Es muss in der Erklärung angegeben werden und erhöht den Steuersatz für die übrigen Einkünfte. Der steuerfreie unter besonderen Voraussetzungen gewährte Corona-Bonus des Arbeitgebers in Höhe von höchstens 1500 Euro muss nicht angegeben werden.

          Mit der neuen Homeoffice-Pauschale kann für jeden Arbeitstag zu Hause (ohne den formellen Nachweis für ein häusliches Arbeitszimmer) ein Betrag von fünf Euro – maximal 600 Euro im Jahr – als Werbungskosten angegeben werden. Wer die Voraussetzungen für ein häusliches Arbeitszimmer erfüllt (etwa klar abgegrenzter Raum und kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung), kann darauf entfallende Ausgaben (etwa Miete, Versicherungen) bis 1250 Euro ansetzen. Ein unbegrenzter Abzug kommt nur in Betracht, wenn der Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit im Arbeitszimmer liegt. Dies könnte bei entsprechender Dokumentation für die Zeiträume denkbar sein, in denen pandemie- bedingt ausschließlich zu Hause gearbeitet werden musste. Daneben können Arbeitsmittel (etwa Bürostuhl, Computer, Bildschirm) angesetzt werden, in voller Höhe bis zum Preis von 800 Euro (ohne Umsatzsteuer). Für Homeoffice-Tage entfällt die Entfernungspauschale. Abziehbar bleiben grundsätzlich Kosten für eine Zeitfahrkarte für öffentliche Verkehrsmittel, soweit sie die im Kalenderjahr ermittelte Entfernungspauschale übersteigen.

          Für Dienstwagen gilt: In der Regel wird der geldwerte Vorteil aus den Fahrten zum Büro monatlich mit 0,03 Prozent des Listenpreises pro Entfernungskilometer als Arbeitslohn angesetzt. Ist der Arbeitnehmer aber weniger als 180 Tage im Jahr zur Arbeit gefahren, ist die Einzelbewertung mit 0,002 Prozent des Listenpreises pro Entfernungskilometer je Fahrt vorteilhafter. Hier lohnt eine Berichtigung in der Erklärung, wobei diese dann für jeden Monat im Kalenderjahr einheitlich erfolgen muss.

          Der Autor ist Partner und Steuerberater bei EY.

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