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Steuertipp : Solarstrom vom Dach

  • -Aktualisiert am

Mit Solarpanelen bedecktes Haus Bild: dpa

Wer eine Solarstromanlage betreibt, muss steuerlich einiges beachten. Denn speist man regelmäßig erzeugten Strom in das allgemeine Stromnetz ein, gilt man umsatzsteuerlich schnell als Unternehmer.

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          Wer als Privatperson eine Solaranlage auf dem Dach betreibt, muss an die Umsatzsteuer denken. Denn wird regelmäßig ein Teil des erzeugten Stroms in das allgemeine Stromnetz eingespeist, gilt der private Betreiber umsatzsteuerlich als Unternehmer. Auf den eingespeisten Strom fällt also Umsatzsteuer an. Indiz für die Regelmäßigkeit könnte ein Einspeisevertrag mit einem Netzbetreiber sein. Befreit ist der „Kleinunternehmer“, dessen Umsätze im ersten Jahr nicht mehr als 17.500 Euro betragen und im Folgejahr voraussichtlich 50.000 Euro nicht übersteigen. Als Umsatz gilt dabei das vom Netzbetreiber erhaltene Entgelt.

          Auf die Befreiung kann aber verzichtet werden. Vorteil: Der Betreiber kann sich die Vorsteuer von 19 Prozent aus den Kosten für die Solaranlage vom Finanzamt zurückholen. Kehrseite: Für den in seinem privaten Haushalt genutzten Solarstrom muss der Betreiber ebenfalls Umsatzsteuer zahlen. Dazu kommen umsatzsteuerliche Erklärungspflichten (wie Voranmeldungen, Jahreserklärungen). Das gilt dann aber auch für andere unternehmerische Tätigkeiten, die bisher durch die Kleinunternehmerregelung nicht umsatzsteuerpflichtig waren.

          Der Vorsteuerabzug setzt voraus, dass die Photovoltaik-Anlage dem umsatzsteuerlichen „Unternehmen“ der Privatperson zugeordnet ist. Das muss gegenüber dem Finanzamt dokumentiert werden (meist durch den Vorsteuerabzug in der Voranmeldung oder in der Jahreserklärung). Die Frist für die Zuordnung einer 2016 erworbenen Photovoltaikanlage endet am 31. Mai.

          Manch ein Privatmann vermietet sein Dach an einen Dritten, der eine Solaranlage installiert und betreibt. Die Vorteile des umsatzsteuerlichen Vorsteuerabzugs kann der Hauseigentümer bei Vermietung des Daches nutzen – durch eine „Option zur Steuerpflicht für die Vermietung“. Möglicherweise kann eine Dachsanierung im Zuge der Installation der Solaranlage einen weiteren Vorsteuerabzug ermöglichen. Das hängt unter anderem von der Höhe der Dachmiete ab (BFH-Urteil vom 16.11.2016, V R 35/16). Die Miete darf nicht nur symbolisch sein, aber niedriger als marktüblich.

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