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Rentenerhöhung : So sparen Rentner Steuern

Bild: Picture-Alliance

Am 1. Juli steigen die Renten. Dadurch werden bislang steuerfreie Rentner steuerpflichtig. Was ist jetzt zu tun?

          4 Min.

          Monatlich 3,2 Prozent mehr Geld, das gibt es nicht jedes Jahr. Auch nicht für Rentner. Am 1. Juli wird die Rente im Westen genau in diesem Umfang erhöht, nur einmal in den vergangenen 20 Jahren war es mehr. Aus 1500 Euro Rente werden also 1550 Euro. Im Osten steigen die Altersbezüge sogar um 3,4 Prozent.

          Dyrk Scherff
          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Rentner profitieren damit von der guten Wirtschaftslage in Deutschland, die die Löhne steigen lässt. Aus ihnen errechnen sich die Rentenanpassungen. Doch für manche ist die Freude getrübt. Denn mit der Anhebung am 1. Juli rutschen etwa 54.000 Ruheständler oder 0,2 Prozent der Rentner  zusätzlich in die Steuerpflicht, schätzt das Bundesfinanzministerium. Schon jetzt müssen 4,4 Millionen von 21 Millionen Rentnern Steuern zahlen. Das ist jede(r) fünfte.

          Renten sind seit der Reform 2005 nur noch zum Teil steuerfrei. Der steuerpflichtige Teil fällt umso größer aus, je später man in Rente geht. Er beträgt für Bürger, die ihren Ruhestand vor 2005 begannen, 50 Prozent und ändert sich bis zum Tod nicht mehr. Wer 2018 startet, muss schon dauerhaft 76 Prozent der Rente versteuern (siehe Tabelle). Rentner, die im Jahr 2040 oder später den Ruhestand antreten, müssen die gesamte Summe versteuern. Im Gegenzug sind die Einzahlungen in die Rentenversicherung zunehmend von der Steuer absetzbar.

          Aus diesem steuerpflichtigen Prozentsatz errechnet sich ein Rentenfreibetrag in Euro, der ein Leben lang gilt. Rentenanhebungen erhöhen den Freibetrag nicht und sind deswegen komplett zu versteuern. Lediglich größere Rentenreformen können zu einem anderen Rentenfreibetrag führen. Das gilt zum Beispiel für diejenigen, die vom kommenden Jahr an von einer verbesserten Mütterrente profitieren sollen.

          Absetzbare Leistungen

          Beamte erhalten keinen Renten-, sondern einen Versorgungsfreibetrag, der abhängig vom Pensionsbeginn ebenfalls fortlaufend sinkt, bis die Pension von 2040 an auch voll zu versteuern ist. Ist der Pensionsbeginn zum Beispiel in diesem Jahr, so sind 80,8 Prozent zu versteuern, maximal 1440 Euro sind steuerfrei. Hinzu kommt ein Freibetrag von 432 Euro.

          Für die Rentner hat das Bundesfinanzministerium auf Basis des Rentenfreibetrages und weiterer immer gewährter Freibeträge ausgerechnet, ab welcher Bruttomonatsrente (also vor Abzug der Kranken- und Pflegebeiträge) Rentner in etwa Steuern zahlen müssen. Für alleinstehende Ruheständler aus der Zeit vor 2005 ist das bei 1486 Euro der Fall, für Neurentner von 2018 ab 1170 Euro.

          Berücksichtigt wurde dabei das steuerfreie Existenzminimum von 9000 Euro, der Werbungskostenpauschbetrag von 102 Euro im Jahr, der Sonderausgabenpauschbetrag von 36 Euro sowie die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, die ebenfalls von der Steuer absetzbar sind. Verheiratete können die doppelten Beträge absetzen.

          Angenommen wird also ein Standardrentner, der nur eine gesetzliche Rente bezieht und sonst keine weiteren steuerpflichtigen Einnahmen erzielt. Und der auch nichts Außergewöhnliches abzusetzen hat, wie zum Beispiel Krankheitskosten oder Spenden, was die Steuerlast zusätzlich reduzieren würde. Alle anderen, die mehr angeben, können eine höhere Rente beziehen, um steuerfrei zu bleiben.

          Rentner können tatsächlich in der Regel noch einige Ausgaben geltend machen, die die Standardabzüge überschreiten. Zum Beispiel für eine Haushaltshilfe oder einen Gärtner. 20 Prozent der Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen (maximal 4000 Euro) oder für Handwerker (maximal 1200 Euro) können direkt von der Steuer abgezogen werden. Solche Aufwendungen finden sich auch in der Nebenkostenabrechnung, etwa für den Hausmeister oder Schornsteinfeger oder für das Schneeräumen. Nur Lohn-, nicht aber Materialkosten können aufgeführt werden.

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