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Der Steuertipp : So bleiben Einnahmen aus dem Ehrenamt steuerfrei

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Es ist Sommer: Vielerorts kümmern sich ehrenamtliche Rettungsschwimmer um die Sicherheit der Schwimmer. Bild: dpa

In Deutschland gibt es Hunderttausende, die sich als Trainer und Übungsleiter musikalisch, sportlich oder sozial in Vereinen engagieren. Der Fiskus unterstützt das.

          Deutschland hat Hunderttausende Ehrenamtliche, die sich als Trainer und Übungsleiter musikalisch, sportlich oder sozial in Vereinen engagieren. Das unterstützt auch der Fiskus, indem Einnahmen für solche Tätigkeiten bis zu 2400 Euro (Übungsleiterfreibetrag) jährlich steuer- und sozialversicherungsfrei bleiben. Nur darüber hinaus gehende Einnahmen unterliegen der Einkommensteuer und eventuell Sozialabgaben. Die Tätigkeit muss nebenberuflich sein (nicht mehr als ein Drittel der Arbeitszeit eines vergleichbaren Vollerwerbs).

          Mit der Tätigkeit sind auch Aufwendungen verbunden, etwa selbst getragene Fahrtkosten zu Wettkämpfen. Erreichen diese nicht den Betrag der Einnahmen, bleiben sie steuerlich unberücksichtigt, da ja auch die Einnahmen steuerfrei sind. Übersteigen die Aufwendungen dagegen die Einnahmen, erkennt der Fiskus die übersteigenden Beträge nur an, wenn sowohl die Ausgaben als auch die Einnahmen über dem Freibetrag von jeweils 2400 Euro liegen.

          Dem widerspricht aber der Bundesfinanzhof (BFH). Demnach werden die überschießenden Aufwendungen auch steuerlich anerkannt, wenn die Einnahmen unter dem Freibetrag liegen, und zwar unabhängig davon, ob die Aufwendungen über oder unter dem Freibetrag liegen (Urteil vom 20. November 2018, VIII R 17/16).

          Um diese Aufwendungen geltend zu machen, muss der Ehrenamtliche nachweisen, dass aus der Beschäftigung Überschüsse erzielt werden. Wenn nicht, sind die Einnahmen nicht zu versteuern, die damit zusammenhängenden Aufwendungen können dann aber auch nicht abgesetzt werden. Die Überschüsse müssen nicht in einem Jahr, sondern über die ganze Dauer der Tätigkeit erzielt werden. Stellt sich also später heraus, dass entgegen der Prognose doch keine Überschüsse erzielt wurden, kann das Finanzamt Steuern für die abgesetzten Aufwendungen zurückfordern.

          Bei mehreren begünstigten Tätigkeiten gewährt der Fiskus den Betrag von 2400 Euro nur einmal pro Jahr. Dieser wird aber nicht gekürzt, wenn die Tätigkeiten nur wenige Monate ausgeübt werden.

          Der Autor ist Steuerberater und Partner bei EY.

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