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Steuertipp : Finanzamt finanziert Smartphone und Computer mit

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Wenn’s beruflich ist, zahlt der Fiskus mit. Bild: dpa

Wer private IT beruflich nutzt, kann diese Nutzung meist von der Steuer absetzen. Ein paar Dinge gilt es dabei zu beachten.

          Wer privat angeschaffte IT-Geräte auch beruflich nutzt, kann das Finanzamt an den Kosten beteiligen, indem er diese in der Steuererklärung als Werbungskosten angibt. Darauf weist der Digitalverband Bitkom hin. Dabei ist berufliche Nutzung weiter gefasst als viele Steuerzahler vermuten: Der Bundesfinanzhof erkennt auch Kosten für rein private Telefonate mit der Familie steuermindernd an, wenn ein Steuerpflichtiger aus beruflichen Gründen länger als eine Woche von seiner Familie getrennt ist.

          Geräte wie Tablet oder Smartphone, aber auch Software müssen indes „in erheblichem Umfang“ beruflich genutzt werden. Dazu ist es sinnvoll, eine schriftliche Bestätigung des Arbeitgebers einzureichen oder drei Monate lang die Nutzung des Geräts bzw. der Software aufzuzeichnen. Ist ein Nachweis nicht möglich, geht die Rechtsprechung von einer hälftigen Aufteilung zwischen beruflicher und privater Nutzung aus.

          Liegen die Anschaffungskosten ohne Mehrwertsteuer bei mehr als 410 Euro, werden diese zusammen mit der gezahlten Umsatzsteuer über die gewöhnliche Nutzungsdauer des Geräts verteilt. Für PCs, Notebooks oder Tablet Computer sowie für Zubehör wie Drucker oder Monitor und für zugehörige Software werden drei Jahre als gewöhnliche Nutzungsdauer angenommen. Für Handys und Smartphones gelten fünf und für Faxgeräte sechs Jahre als gewöhnliche Nutzungsdauer. Ersatzteile können die Ersatzkosten sofort anteilig abgezogen werden, ebenso wie die Kosten für Verbrauchsmaterialien (etwa Toner, Tinte oder Papier).

          Auch Internet- und Telefongebühren können geltend gemacht werden. Ohne Nachweis erkennt das Finanzamt 20 Prozent der Aufwendungen, höchstens jedoch 20 Euro pro Monat pauschal als Werbungskosten an. Wer höhere Aufwendungen absetzen will, sollte mindestens drei Monate lang die berufliche Nutzung aufzeichnen. Dabei ist ein Einzelverbindungsnachweis für Telefongespräche hilfreich.

          Fortbildungen sind absetzbar

          Dies ist beim Internetzugang vor allem durch die Nutzung von Flatrates nicht möglich. Daher gilt auch hier das Prinzip, sofern es keine anderen Anhaltspunkten gibt, dass die Nutzung zur Hälfte privat und zur Hälfte beruflich erfolgt.

          Aufwendungen eines Arbeitnehmers für Fortbildungen wie Computerkurse und Software-Schulungen sind in voller Höhe Werbungskosten. Indes muss nachgewiesen werden, dass der Kurs mit der beruflichen Tätigkeit im Zusammenhang steht und die erworbenen Kenntnisse im Beruf auch eingesetzt werden. Besser als die Vorlage einer Teilnahmebescheinigung ist eine Erklärung des Arbeitgebers, die den beruflichen Anlass deutlich macht.

          Private Nutzung von Firmengeräten ist steuerfrei

          Zusätzlich zu den Kursgebühren können die Fahrtkosten geltend gemacht werden. Das sind 30 Cent je Kilometer bei Fahrten mit dem eigenen Auto oder die Ausgaben für öffentliche Verkehrsmittel. Desgleichen sind auch Übernachtungskosten und Mehraufwendungen für Verpflegung abzugsfähig. Reisekosten zu einer Messe können gleichfalls Eingang in die Steuererklärung, soweit sie eben beruflich veranlasst sind.

          Diese Begünstigung der beruflichen Nutzung ist übrigens einseitig. Nutzt ein Arbeitnehmer also vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellte IT-Geräte privat, so ist dies steuerfrei.

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