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Fragen zum Geld : Gibt es 2018 mehr Netto vom Brutto?

Bleibt 2018 mehr am Monatsende über? Bild: dpa

Die Erhöhung des Kindergeld und die Senkung der Rentenbeiträge sorgen 2018 für leichte Entlastung. Auch wenn die versprochenen Steuersenkungen auf sich warten lassen.

          Alle Parteien haben vor der Bundestagswahl im September versprochen, die Steuern senken zu wollen, doch mangels neuer Regierung wird derzeit nichts dazu beschlossen. Und selbst wenn die nächste Regierung irgendwann im Amt ist, wird es frühestens 2019 mit Entlastungen klappen.

          Dyrk Scherff

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Doch ein bisschen mehr Geld werden die Deutschen trotzdem schon 2018 auf dem Konto haben. Das wurde noch rechtzeitig vor der Wahl in die Wege geleitet. So steigt das Kindergeld leicht um zwei Euro im Monat. Für das erste und zweite Kind zahlt der Staat nun jeweils 194 Euro, ab dem dritten 200 Euro und vom vierten Kind an jeweils 225 Euro.

          Der Kinderfreibetrag, der für Gutverdiener mehr bringt als das Kindergeld, steigt dadurch ebenfalls. Steuerfrei bleibt künftig etwas mehr, nämlich 9000 Euro für Singles (Grundfreibetrag). Bisher waren es 8820 Euro. Verheiratete haben doppelt so hohe Freibeträge. Zudem gibt es einen kleinen Ausgleich für inflationsbedingt höhere Steuerlasten.

          Durch die gute Wirtschaftslage sinken zudem die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung um 0,1 Prozentpunkte auf 18,6 Prozent, wovon Arbeitnehmer die Hälfte zahlen müssen. Der IT-Dienstleister Datev hat ausgerechnet, wie viele Euro mehr die Änderungen für die Bürger bringen. Die größte Ersparnis mit bis zu 250 Euro im Monat haben gutverdienende Singles und Alleinerziehende.

          Wer in bestimmten Krankenkassen ist, bekommt sogar noch etwas mehr Geld heraus. Denn einige Kassen senken den Zusatzbeitrag. Das sind vor allem kleinere Anbieter sowie die TK, die den Beitrag um 0,1 Prozentpunkte reduziert. Die meisten anderen großen Kassen halten den Beitrag stabil. Bei mehr als 6000 Euro Einkommen im Monat sinkt die Ersparnis, weil dann negativ zu Buche schlägt, dass die Beitragsbemessungsgrenzen in der Sozialversicherung wie jedes Jahr steigen.

          Das sind die Schwellen, bis zu der das Gehalt mit Sozialabgaben belastet wird. Dafür können sich Rentner freuen. Denn die Renten steigen am 1. Juli wegen der hohen Lohnsteigerungen ungewöhnlich kräftig, im Westen um 3,09 Prozent, im Osten um 3,23 Prozent.

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