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Steuerreform : So viel sparen Sie ab dem 1. Januar

  • -Aktualisiert am

Vor allem Familien werden im kommenden Jahr deutlich mehr Geld zur Verfügung haben. Bild: dpa

Die Bundesregierung hat eine Steuerreform beschlossen. Was bringt das den Bürgern? FAZ.NET hat es für Sie berechnet.

          Die Große Koalition hat im Kabinett eine Steuerreform beschlossen, die die Bürgerinnen und Bürger nach Angaben des Finanzministeriums um 6,3 Milliarden Euro jährlich entlasten soll. Wichtigste Änderungen sind die Anhebung des Grundfreibetrags, des Kinderfreibetrags, des Kindergelds sowie des Kinderzuschlags. Was bedeutet das konkret für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den unterschiedlichen Gehaltsklassen?

          Das Deutsche Steuerzahlerinstitut des Bundes der Steuerzahler und FAZ.NET haben berechnet, wie hoch die Ersparnis für die einzelnen Arbeitnehmer tatsächlich ausfällt. Dazu schauen wir uns beispielhaft zwei Fälle an: zum einen Singles ohne Kinder, zum anderen ein Ehepaar mit zwei Kindern mit einem Alleinverdiener.

          Die Berechnungen zeigen: Singles werden nur in geringem Maße entlastet. Mit einem Jahreseinkommen von 30.000 Euro brutto haben sie im kommenden Jahr 45 Euro mehr in der Tasche, in den kommenden zwei Jahren 109 Euro mehr. Prozentual gesehen entspricht das 1,1 bzw. 2,7 Prozent. Man könnte auch sagen: Singles können sich bald ein bzw. zwei Konzerttickets mehr leisten. Insgesamt gilt: Je höher das Jahreseinkommen, desto geringer fällt die Ersparnis prozentual gesehen aus.

          Bei Familien sind die Größenordnungen schon ganz andere. Wir schauen uns beispielhaft eine verheiratete Alleinverdienerin mit zwei Kindern an. Sie spart im kommenden Jahr 114 Euro Steuern – das sind 9,5 Prozent. In den kommenden zwei Jahren spart sie sogar 238 Euro (19,9 Prozent). Das liegt vor allem an der Erhöhung des Grundfreibetrags, der bis 2018 auf 9.000 Euro steigen soll.

          Auch in höheren Gehaltsklassen sparen Familien in den kommenden beiden Jahren viel Geld – deutlich mehr Geld als Singles. Bei einem Jahreseinkommen von 40.000 Euro sind es noch 3,9 Prozent, bei 60.000 Euro immerhin noch 1,7 Prozent mehr. Auch bei den Familien gilt: Je höher das Jahreseinkommen des Alleinverdieners, desto geringer fällt prozentual gesehen die Ersparnis aus.

          Für Vielverdiener kommt allerdings noch eine Belastung hinzu: Die Beitragsbemessungsgrenze in der Sozialversicherung steigt. Das heißt: Gutverdiener müssen 2017 nicht mehr auf 50.850 Euro Krankenversicherungsbeiträge bezahlen, sondern auf 52.200 Euro. Auch in der Rentenversicherung werden Beiträge auf höhere Anteile des Gehalts fällig. Die zusätzlichen Sozialbeiträge können sogar mehr ausmachen als die Steuersenkung.

          Bereits im vergangenen Jahr hatte der Bund den Grundfreibetrag, den Kinderfreibetrag sowie das Kindergeld erhöht.

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