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Gewusst wie : Steuererklärungen auf den letzten Drücker

Eine gute Ablage erleichtert eine schnelle Steuererklärung Bild: Jung, Hannes

Bis zum 2. Juni will das Finanzamt die Steuererklärung haben. Aber keine Panik: Wir haben sieben Tipps zusammengestellt, wie Sie die Erklärung rechtzeitig fertig bekommen.

          1. Freiwillige Steuererklärung zahlt sich aus

          Wer freiwillig eine Lohnsteuererklärung abgibt, kann im besten Fall mit einer Rückzahlung rechnen. Im Schnitt entfallen auf jeden Steuerzahler rund 820 Euro an Rückzahlung. Etwa sechs Stunden braucht der durchschnittliche Bürger, um Belege zu sortieren und die Formulare auszufüllen. Und viele Finanzämter zahlen das Geld zuerst an die Leute aus, die ihre Steuererklärung früh abgegeben haben. Wenn das nicht Motivation genug ist, sich gleich ranzusetzen! Wer noch nie eine Erklärung gemacht hat, sollte sich grundlegend informieren. Tipps gibt etwa der Bund der Steuerzahler unter www.steuerbar.de.

          2. Auf Papier oder elektronisch

          Martin Gropp
          Anne-Christin Sievers

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Wer auf den letzten Drücker eine Steuererklärung abgeben will, kann dies entweder in Papierform tun oder aber auf elektronischem Wege über das vom Bayerischen Landesamt für Steuern betriebene Portal für elektronische Lohnsteuererklärungen unter www.elster.de. Dort kann man die Software für die elektronische Lohnsteuererklärung herunterladen und dann die notwendigen Formulare auf dem heimischen Rechner ausfüllen und abschicken. Dabei prüft das Elster-Programm automatisch die Steuererklärung auf sachliche Richtigkeit. Seit Anfang 2014 stellt das Finanzamt den Steuerzahlern auch eine vorausgefüllte Steuererklärung zur Verfügung. Dort sollen die Bürger ihre Daten vom Arbeitgeber, die von der Rentenversicherung, die Beiträge zu Kranken- und Pflegeversicherungen und die Überweisungen für Riester- oder Rürup-Verträge schon eingetragen vorfinden.

          3. Ehrlich währt am längsten

          Seien Sie ehrlich! Für die inhaltliche Richtigkeit sind Sie als Steuerzahler selbst verantwortlich. Wer hier wissentlich falsche Angaben macht, handelt rechtswidrig.

          4. Verlängerung beim Finanzamt beantragen

          Mancher sortiert seine Belege in letzter Minute – und verschenkt vor lauter Eile Geld, weil er die Frist nicht einhalten kann. Doch das muss nicht sein. Wer die Frist versäumt, kann beim Finanzamt bis zum letzten Tag einen formlosen Antrag auf Verlängerung stellen. Wenn etwa Unterlagen fehlen oder eine Krankheit den Steuerpflichtigen abgehalten hat, die Unterlagen rechtzeitig zusammenzustellen, genügt dies als Grund. Erklärt man verständlich, warum man die Abrechnung nicht erstellten konnte, gibt das Finanzamt der Bitte meist nach und gewährt etwa ein bis drei Monate Aufschub. In vielen Fällen reicht es auch aus, den zuständigen Sachbearbeiter per Telefon über die Verzögerung zu informieren.

          5. Frist mit Steuerberater oder Lohnsteuerhilfe verlängern

          Keine Panik vor der ablaufenden Frist: Wenn Sie sich bis Ende Mai eines jeden Jahres noch Hilfe durch einen Steuerberater oder einen Lohnsteuerhilfeverein holen, kann Ihr steuerlicher Berater beim zuständigen Finanzamt eine Fristverlängerung bis zum Ende des Jahres erwirken. Die Finanzämter dürfen manche Steuerpflichtige aber auffordern, die Unterlagen schon früher einzureichen - zum Beispiel, wenn sie in der Vergangenheit die Fristen versäumt haben oder wenn das Finanzamt hohe Abschlusszahlungen erwartet.

          6. Mit Berater fertige Steuererklärung genau durchsprechen

          Falls Sie eine längere Abgabefrist erhalten, nehmen Sie Einfluss auf die Beratung. Denn nicht alle Lohnsteuerhilfevereine bieten gleiche Qualität. Achten Sie daher darauf, dass der Berater umfassend ihre steuerliche Situation erfragt. Bestehen Sie darauf, dass er mit Ihnen die fertige Steuererklärung detailliert durchspricht. Leisten Sie wenn möglich im Voraus keine Blankounterschrift, und verlangen Sie eine Kopie der Steuererklärung sowie des späteren Steuerbescheids.

          7. Vorsicht vor Verspätungszuschlägen

          Wer die Frist nicht einhält, aber zu einer Steuererklärung verpflichtet ist, muss mit Verspätungszuschlägen rechnen. Er bekommt zunächst ein Schreiben zugeschickt, in dem die Beamten die fehlende Steuererklärung anmahnen und einen neuen Termin festsetzen. Wer in dieser Frist nicht handelt, dem schickt das Finanzamt ungefragt einen Steuerbescheid, der auf der Schätzung des Einkommens beruht.

          Reagiert der Steuerpflichtige auch auf diese Aufforderung nicht, kann das Finanzamt einen Verspätungsaufschlag erheben. Dieser Zuschlag darf rechtlich nicht höher liegen als 10 Prozent der festgesetzten Steuer oder des festgesetzten Messbetrags, außerdem darf er 25.000 Euro nicht übersteigen. Um die Höhe festzulegen, berücksichtigt das Finanzamt, wie oft und wie lange der Steuerpflichtige die Frist schon überschritten hat. Wird die Erklärung zum ersten Mal nicht rechtzeitig abgegeben, beträgt das Zwangsgeld etwa 100 Euro bis 500 Euro. Außerdem werden Zinsen fällig, wenn der Bürger die Steuernachzahlung nicht leistet.

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