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Der Steuertipp : Krankenkassen-Bonus kann steuerpflichtig sein

  • -Aktualisiert am

Bonus für gesundes Verhalten oder für den Sportverein? Auch bei der Steuer macht das einen Unterschied. Bild: dpa

Unter Krankenkassen ist es üblich geworden, gesundheitsbewusstes Verhalten der Mitglieder zu belohnen. Nicht jeder Bonus ist aber steuerfrei.

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          Manche gesetzliche Krankenkasse bietet Geldprämien für gesundheitsbewusstes Verhalten ihrer Versicherten an. Müssen die versteuert werden? Nicht zwangsläufig, hat der Bundesfinanzhof zuletzt in einer Entscheidung (X R 16/18) klargestellt.

          Grundsätzlich können Krankenversicherungsbeiträge an eine gesetzliche Krankenkasse (fast) in voller Höhe als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Streitig war die Frage, ob pauschale Bonuszahlungen an den Versicherten die abziehbaren Krankenversicherungsbeiträge mindern. Das hätte steuerlich nachteilige Folgen für den versicherten Steuerzahler gehabt.

          Einer generellen Kürzung der abziehbaren Krankenversicherungsbeiträge durch Bonuszahlungen hat der Bundesfinanzhof nun eine klare Absage erteilt. Nicht gekürzt werden darf demnach, wenn der Bonus eigene, konkrete Aufwendungen des Steuerpflichtigen ganz oder teilweise wirtschaftlich ausgleichen soll. Wenn der Steuerpflichtige also eigene Aufwendungen für Vorsorgemaßnahmen getragen hat, dann sind die hierfür geleisteten Boni steuerlich unbeachtlich. In Frage kommen hierfür etwa Aufwendungen für die professionelle Zahnreinigung, aber auch für Mitgliedschaften in Sportvereinen und Fitnessstudios. Die konkret hierfür gewährten Boni der Krankenkasse mindern weder die abziehbaren Krankenversicherungsbeiträge, noch stellen sie steuerbare Einnahmen dar.

          Das bedeutet im Umkehrschluss: Die für aufwandsunabhängiges Verhalten gezahlten Bonuszahlungen (zum Beispiel gesundes Körpergewicht, Nichtraucherstatus) stellen echte Beitragserstattungen der Krankenkasse dar. Insoweit verringern sich die steuerlich abziehbaren Krankenversicherungsbeiträge um den dafür erhaltenen Bonus.

          Es lohnt sich daher für Steuerpflichtige, die von der Krankenkasse gewährten Boni dahin gehend zu überprüfen, ob damit ein eigener Aufwand ausgeglichen werden sollte. Falls ja, muss der hierfür gewährte Bonus nicht in der Einkommensteuererklärung erfasst werden.

          Wichtig: Die gesetzlichen Krankenkassen melden auch die gewährten Boni in elektronischer Form an die Finanzbehörden. Wenn das Finanzamt den Bonus zu Unrecht als Beitragserstattung behandelt hat, sollte ein Einspruch gegen den Steuerbescheid unter Verweis auf das aktuelle Urteil des Bundesfinanzhofs eingelegt werden.

          Der Autor ist Steuerberater bei KPMG.

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