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Änderungen für Verbraucher : Für manche Autos wird bald die fünffache Steuer fällig

Besonders für kleine Benziner wird es teuer: Ab 2018 steigt für viele Fahrzeughalter die Kfz-Steuer. Bild: dpa

Die Verbrauchsangaben von Autos sollen im neuen Jahr realistischer werden. Das kostet die Autofahrer Geld. Und zwar nicht wenig.

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          Zu den Änderungen, die im neuen Jahr 2018 auf Verbraucher zukommen, gehört auch eine neue Berechnung der Kfz-Steuer. Für Neufahrzeuge steigt damit nach Angaben des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) zum 1. September 2018 in der Regel wohl die Kfz-Steuer. Für Fahrzeuge, die vor dem Stichtag zugelassen wurden, gilt hingegen eine Art Bestandsschutz; auch für sogenannte Lagerfahrzeuge kann es Ausnahmen geben.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Es geht darum, dass die Verbrauchs- und Abgas-Angaben der Hersteller – auch nach den zahlreichen politischen Diskussionen – künftig strenger gemessen werden. Entsprechend werden dabei höhere Werte herauskommen. Und derjenige Anteil der Kfz-Steuer, der vom offiziell angegebenen Abgas-Ausstoß abhängt, dürfte bei der Mehrheit der Autos in Zukunft höher ausfallen. Verlässliche Angaben, um wie viel die Steuer für die verschiedenen Autotypen steigt, gibt es laut Bundesfinanzministerium derzeit noch nicht. Es kursieren aber Schätzungen, die nahelegen, dass sich die Steuer für bestimmte Autotypen sogar verfünffachen könnte.

          Das Mechanismus geht so: Die Berechnung der Kfz-Steuer setzt sich aus zwei Teilen zusammen – einem Sockelbetrag, der vom Hubraum abhängt, und einem Teil, der vom Kohlendioxid-Ausstoß bestimmt wird. Der erste Teil bleibt von der Neuberechnung unberührt. Für Autos mit großen Motoren zahlt man also weiter mehr. Der zweite Teil aber ändert sich. Hier galt bislang eine Messmethode für Verbrauch und Abgas-Ausstoß, die sich NEFZ nennt („Neuer Europäischer Fahrzyklus“). Künftig gilt das neue Verfahren WLTP („Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure“). Es ist auch nicht unumstritten, aber wohl etwas realitätsnäher. Insbesondere begrenzt es die Möglichkeiten für die Hersteller, künstlich gute Ergebnisse mit abgespeckten Modellen auf dem Prüfstand zu verwenden. „Da der WLTP-Wert in der Regel höher sein wird als der NEFZ-Messwert, wird die Kfz-Steuer bei der Erstzulassung eines Fahrzeugs ab 1. September 2018 etwas höher ausfallen“, meint der ADAC.

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          Konkret berechnet sich die Kfz-Steuer so: Zum Sockelbetrag (Ottomotor: 2 Euro je angefangene 100 Kubikzentimeter Hubraum, Dieselmotor: 9,50 Euro je angefangene 100 Kubikzentimeter Hubraum) kommen oberhalb eines steuerfreien Grenzwertes von 95 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer jeweils 2 Euro Steuer je Gramm Kohlendioxid pro Kilometer hinzu. Daraus setzt sich dann der Jahresbetrag für die Kfz-Steuer zusammen.

          Die Folge: Der ADAC kommt für einen Opel Astra Sports Tourer 1,6 CDTI künftig auf 208 statt 180 Euro Steuer, weil der Kohlendioxyd-Ausstoß nach dem neuen Messverfahren 123 statt 109 Gramm je Kilometer betrage. Die „Autozeitung“ schätzte anhand des (relativ strengen) ADAC-Eco-Tests weitere Beispiele: Für einen Smart Fortwo 0.9 Cabrio mit 90 PS könnte die Steuer demnach von 22 auf 106 Euro steigen – es wäre tatsächlich ungefähr das Fünffache an Steuer.

          Für einen Opel Corsa 1.0 Ecotec mit 90 PS würden 70 statt 34 Euro fällig. Für einen Mercedes E 200 d mit 194 PS wären es 254 statt 204 Euro im Jahr. Und für einen Audi SQ7 TDI quattro mit 435 PS würden 644 statt 568 Euro fällig.

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