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Zeitalter der Beleglosigkeit : Ende des Papierkriegs bei der Steuererklärung

  • Aktualisiert am

Auch Finanzämter wollen weniger Papier Bild: dpa

Was für 15 Millionen Nutzer der elektronischen Steuererklärung galt, soll jetzt für alle Realität werden: nur noch wenig Belege sollen eingereicht werden müssen.

          Bund und Länder wollen den Papierkrieg bei der alljährlichen Steuererklärung zusammenstreichen. Ab Januar 2016 soll es keine Pflicht mehr geben, zusammen mit der Einkommensteuererklärung Papierbelege einzureichen. Darauf hätten sich die Finanzminister von Bund und Ländern verständigt, sagte Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) am Donnerstag in München. „Ziel und Zweck ist weniger Zettelwirtschaft.“ Außerdem sollen die Bürger keine Daten mehr angeben müssen, die den Behörden sowieso schon vorliegen - etwa Lohnsteuerdaten, Rentenzahlungen oder Krankenversicherungsbeiträge.

          „Der Umfang der Steuererklärung reduziert sich deutlich“, sagte Söder. Allein bei den bayerischen Finanzämtern gingen pro Jahr 6,7 Millionen Belege ein. Nach Schätzung des Finanzministeriums können davon künftig über zwei Drittel eingespart werden. Allerdings empfiehlt es sich, auch künftig Rechnungen usw. zu sammeln und nicht wegzuwerfen. Denn bei Zweifeln können die Finanzämter nachträglich Belege anfordern.

          Die Post wiederum muss sich auf Umsatzeinbußen gefasst machen, denn die Finanzämter wollen auch den Steuerbescheid in Zukunft elektronisch versenden. Das würde der Finanzverwaltung nach Söders Worten allein in Bayern jährlich 5 Millionen Euro Porto und Papierkosten sparen.

          Elster für alle

          All dies galt schon für die zunehmende Zahl von Steuerpflichtigen, die ihre Steuererklärung auf elektronischem Weg via „Elster“ eingereicht haben. 2013 waren dies 15,2 Millionen Erklärungen - rund 40 Prozent aller Anträge.

          Die elektronische Steuererklärung mit Hilfe der „Elster“-Software gibt es schon einige Jahre, sie soll aber künftig den Postverkehr zwischen Bürger und Finanzamt weitgehend ersetzen. Wer Computern misstraut, soll aber nicht auf die Post verzichten müssen: „Es gibt keine Vorgabe. Das ist nicht zwingend“, sagte Söder.

          Der Großteil der Steuererklärungen soll mittelfristig vollautomatisch per Computer bearbeitet werden, da die meisten Bürger ihre Steuererklärung ehrlich abgeben. Derzeit würden zwei Prozent der Steuererklärungen vollautomatisch bearbeitet, sagte Söder. „Ziel sind bis zu 60 Prozent.“ Die durchschnittliche Bearbeitungszeit soll sich von zehn auf etwa zwei Wochen reduzieren.

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