https://www.faz.net/-hbv-9d8cl

Teure Dienstautos : Der Fiskus mag keine Luxuswagen

Ein Selbständiger auf Kundenbesuch? Bild: Jens Gyarmaty

Teure Autos fahren und sie als Dienstwagen deklarieren, damit man Steuern spart? Gerichte sagen: So einfach ist das nicht.

          3 Min.

          Ein Steuerberater aus dem Gerichtsbezirk Berlin-Brandenburg dachte, er hätte einen klugen Einfall. Er kaufte sich einen Sportwagen für 213.000 Euro und wollte die dafür gezahlte Umsatzsteuer von seiner Steuerschuld abziehen. Doch weder das Finanzamt noch später das Finanzgericht Berlin-Brandenburg spielten mit. Beide stellten darauf ab, dass der Wagen dreimal so teuer war wie der durchschnittliche Gewinn des Steuerberaters in den vergangenen Jahren.

          Christoph Schäfer

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und Finanzen Online.

          Auch der Einwand des Beraters, dass sein vorheriger Wagen noch teurer gewesen sei und seine Kunden einen weiteren Rückschritt als negativ empfinden würden, zog nicht. Die Richter urteilten, dass es nicht nur auf die Erwartungen seiner Kunden ankomme, sondern auch „auf die Verkehrsanschauung breitester Bevölkerungskreise“. Gemeint ist, ob die meisten Deutschen das Fahrzeug als Luxuswagen einschätzen oder nicht. Aus beiden Gründen halbierten die Richter den beantragten Vorsteuerabzug.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          : 65% günstiger

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Sicher ist sicher: Wenn nicht immer genug Abstand gehalten werden kann, empfiehlt es sich, die Maske auch im Büro zu tragen.

          Corona am Arbeitsplatz : „Tröpfchen fliegen bis zu 20 Meter weit“

          Nicht jeder kann sich vor der Pandemie ins Homeoffice flüchten. Der Arbeitsmediziner David Groneberg erklärt, wie groß die Corona-Gefahr im Büro ist, welches Raumklima die Viren mögen und was man alles noch nicht weiß.
          Polizisten in Essen kontrollieren den Mercedes zweier junger Männer.

          Forscher im Interview : „Mit Demokratie kommen Clans nicht gut zurecht“

          Früher dachte man bei Clans an schottische Hochlandbewohner, die einander die Köpfe einschlagen. Heute denkt man an Drogenhandel und Schweigegelübde. Ein Interview mit Clan-Forscher Ralph Ghadban, der sagt: „Junge Frauen spielen eine entscheidende Rolle“.