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Höhere Grunderwerbsteuer 2014 : Haus noch bis Jahresende kaufen

  • -Aktualisiert am

Beim Hauskauf muss auch die Grundsteuer eingerechnet werden. Bild: picture alliance

Wer plant, ein Haus zu kaufen, sollte sich beeilen. Denn einige Bundesländer planen, die Grunderwerbsteuer zum 1. Januar 2014 anzuheben. Schleswig-Holstein will die Steuer sogar auf 6,5 Prozent erhöhen.

          Die Grunderwerbsteuer ist teuer geworden. Vor wenigen Jahren betrug der Steuersatz noch bundesweit einheitliche 3,5 Prozent. Doch mittlerweile existieren in den Bundesländern unterschiedliche Sätze. In den vergangenen Jahren haben fast alle die Steuersätze angehoben. Nur in Bayern und Sachsen gelten noch die alten 3,5 Prozent.

          Deutlich teurer ist es im Rest der Republik. Hessen hat mit Wirkung zum 1. Januar 2013 den Steuersatz von 3,5 auf 5 Prozent angehoben. Im Saarland gilt seitdem der momentane deutsche Spitzenwert von 5,5 Prozent.

          Weitere Erhöhungen sind in einigen Ländern im Januar geplant. Wer also dort eine Immobilie kaufen will, sollte das noch dieses Jahr tun, um Steuern zu sparen. Vom 1. Januar 2014 an steigt die Steuer in Bremen auf 5,5 Prozent, in Berlin sogar 6 Prozent. Den neuen Rekordwert von 6,5 Prozent plant Schleswig-Holstein. Dann wäre für ein Einfamilienhaus zum Preis von 350.000 Euro eine Steuer von 22.750 Euro fällig. Wer das Haus hingegen noch in diesem Jahr kauft, spart 5250 Euro Steuern.

          Mit Neubauten lässt sich am meisten Steuern sparen

          Deutlich mehr Grunderwerbsteuer kann man bei Neubauten sparen. Während beim Kauf einer Bestandsimmobilie Grunderwerbsteuer auf den kompletten Kaufpreis fällig wird, lässt sich beim Neubau die anfallende Steuer auf das Grundstück beschränken. Dazu muss zunächst und isoliert vom Bauvorhaben das Grundstück erworben werden. Der anschließende Bau des Gebäudes unterliegt dann grundsätzlich nicht der Grunderwerbsteuer.

          Doch Vorsicht: Die Trennung von Grundstückserwerb einerseits und dem Bauvertrag andererseits gelingt nicht immer. So fällt Grunderwerbsteuer in voller Höhe an, wenn der Grundstückskauf und die Gebäudeerrichtung in einem einheitlichen Vertrag miteinander verknüpft sind oder aufgrund eines sonstigen sachlichen Zusammenhangs als ein einheitlicher Erwerb zu werten sind. Dazu kann es nach einem aktuellen Urteil des Bundesfinanzhofs bereits ausreichen, wenn der Grundstückseigentümer und das Bauunternehmen in einer gemeinsamen Werbebroschüre auftreten und somit ein gemeinschaftliches Angebot vorliegt (Az.: II R 7/12).

          Bei einer Bestandsimmobilie lässt sich auch ein wenig Grunderwerbsteuer sparen. Einrichtungsgegenstände wie Möbel dürfen steuermindernd vom Gesamtpreis abgezogen werden. Dies gilt auch für eine Instandhaltungsrücklage, die beim Erwerb eines Miteigentümeranteils übertragen wird. Wer mit der erworbenen Immobilie auch zum Stromerzeuger wird, kann ebenfalls Grunderwerbsteuer sparen. Dazu muss die Photovoltaikanlage, mit der Strom in das allgemeine Netz eingespeist wird, aber auf einer Trägerkonstruktion montiert sein und darf nicht eine ansonsten erforderliche Dacheindeckung ersetzen. Dann darf der gezahlte Preis für die Grunderwerbsteuer abgezogen werden.

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