https://www.faz.net/-hbv-99sw6

Steuerhinterziehung : Finanzbehörden nehmen Airbnb-Vermieter unter die Lupe

  • Aktualisiert am

Wer seine AirBnB-Einnahmen dem Finanzamt gegenüber verschweigt, hat bald vielleicht schlechte Karten. Bild: dpa

Die eigene Wohnung über AirBnB zu vermieten, ist für viele mittlerweile gang und gäbe. Doch die wenigsten denken daran, ihre Einnahmen aus der Vermietung auch in der Steuererklärung anzugeben. Deshalb hat der Fiskus sie nun im Visier.

          1 Min.

          Die deutschen Finanzbehörden wollen tausende Airbnb-Vermieter wegen möglicher Steuerhinterziehung überprüfen. Wie die „Wirtschaftswoche“ am Freitag berichtete, stellte Deutschland dafür ein Auskunftsersuchen an Irland, wo das weltgrößte Unterkunftsvermittlungsportal seinen Europa-Sitz hat. Das zuständige Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) in Bonn habe schon eine entsprechende Gruppenanfrage nach Dublin geschickt, um die Herausgabe der Daten zu erreichen.

          Die Namen der Airbnb-Vermittler sollen anschließend von den deutschen Finanzbehörden daraufhin überprüft werden, ob diese in ihren Steuerklärungen entsprechende Einkünfte aus der Vermietung angegeben haben, wie das Magazin berichtete. Der Hamburger Finanzsenat, der die Gruppenanfrage auf den Weg brachte, teilte demnach mit, es würden „verschiedene Ermittlungen aufgenommen, um die hinter dem Angebot von Ferienwohnungen auf Online-Plattformen stehenden Steuerpflichtigen zu identifizieren und die ordnungsgemäße Besteuerung sicherzustellen“.

          Steuernachzahlung für die letzten zehn Jahre droht

          Das Bundesfinanzministerium habe weitreichende Unterstützung signalisiert, berichtete die „Wirtschaftswoche“ weiter. Auch der Vorsitzende der Deutschen Steuergewerkschaft, Thomas Eigenthaler, begrüßte das Vorgehen gegen illegale Ferienwohnungsvermieter und forderte, die Finanzverwaltung müsse nun darauf vorbereitet werden, „dass sie die Massendaten aus einer solchen Gruppenanfrage zügig verarbeiten kann“.

          Ertappten Vermietern drohen laut „Wirtschaftswoche“ eine Steuernachzahlung für die letzten zehn Jahre zuzüglich 6 Prozent Verzugszins pro Jahr plus Strafbescheid und Ordnungsgeld bei illegaler Vermietung. Airbnb vermittelt über sein Portal einzelne Zimmer bis hin zu ganzen Häusern an Touristen. Während sich Airbnb auch immer wieder Vorwürfen ausgesetzt sieht, dadurch die Wohnungssituation in Großstädten zu verschärfen, betont das Unternehmen hingegen, der Fokus der Plattform liege auf „Homesharing“, der temporären Weitervermietung der eigenen Wohnung.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          „Märsche für die Freiheit“ : Barcelona im Ausnahmezustand

          Die Proteste gegen das Urteil im Separatistenprozess legen die Stadt und weite Teile Kataloniens lahm. Die „Sagrada familia“ wurde geschlossen, dutzende Flüge abgesagt – und eines der wichtigsten Fußballspiele Spaniens verschoben.
          Juan Moreno, hier bei der Vorstellung seines Buchs „Tausend Zeilen Lüge“ Ende September in Berlin.

          Juan Moreno beim „Spiegel“ : Was für eine großartige Geschichte!

          Der Reporter Juan Moreno hat den Relotius-Skandal beim „Spiegel“ aufgedeckt. Davon handelt sein Buch „Tausend Zeilen Lüge“. Auf der Buchmesse spricht er auch am „Spiegel“-Stand. Wie er dort befragt wird, ist ziemlich bizarr.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.