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Noch vor Silvester : Die besten Tipps zum Steuern sparen

Wer vor dem Jahreswechsel ein paar Dinge beachtet, bekommt bei der nächsten Steuererklärung mehr Geld vom Finanzamt zurück. Bild: dpa

Wer noch bis Jahresende aktiv wird, kann viel Geld sparen. Dann mal los. Wir haben die besten Tipps für Sie zusammengestellt.

          1. Freistellungsaufträge für Kapitalerträge anpassen

          Jeder Sparer profitiert vom Sparerpauschbetrag. Damit sind Zins- und Kursgewinne sowie Dividenden in Höhe von 801 Euro im Jahr steuerfrei, bei Verheirateten 1602 Euro. Das gilt aber von 2016 an nur noch, wenn der Bank die Steuer-Identifikationsnummer vorliegt, die die Finanzämter vor einigen Jahren jedem Bundesbürger zugewiesen haben. Das ist eine andere Zahl als die bisherige Steuernummer, die die Bürger seit Jahrzehnten verwenden. Sparer müssen also rasch ihrer konto- und depotführenden Bank die Steuer-ID mitteilen, wenn ihr Freistellungsauftrag vor 2011 erteilt wurde. Für neuere Aufträge wurde die Steuer-ID schon erfasst. Wer verschiedenen Banken Aufträge erteilt hat, sollte zudem vor Jahresende noch die Höhe dieser Aufträge überprüfen. Erwartet man bei der einen Bank höhere Erträge, als der Auftrag abdeckt, könnte man ihn erhöhen und die Freistellung beim anderen Konto senken, wenn dort niedrigere Einnahmen als bisher abgedeckt zu erwarten sind. Aber Vorsicht, alle Freistellungsaufträge zusammen sollten nicht die Summe von 8o1 (Verheiratete 1602) Euro übersteigen, denn die Banken melden die Aufträge an den Fiskus, Überschreitungen würden ziemlich schnell auffliegen. Wer allerdings mit seinen Freistellungsaufträgen unter der Grenze bleibt, hat nichts verloren. Er kann sich die vollen 801 Euro über die Steuererklärung sichern, ist dann aber auch gezwungen, sich ein wenig Arbeit mit der Anlage KAP zu machen.

          2. Kosten für die Ausbildung oder Universität rückwirkend absetzen

          Dyrk Scherff

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Kosten eines Studiums oder einer Ausbildung können in der Steuererklärung angegeben werden. Und das nicht nur in dem Jahr, in dem die erste Festanstellung beginnt. Sondern auch rückwirkend. Der Bundesfinanzhof hat gerade die Rückwirkung von vier auf sieben Jahre erhöht. Berufsanfänger sollten also noch einmal prüfen, ob sie nachträglich noch etwas absetzen können. Dazu beantragen sie in ihrer Steuererklärung im Mantelbogen eine Verlustfeststellung und führen die Aufwendungen als Werbungskosten in der Anlage N auf. Dazu gehören Studiengebühren, Bücher, aber auch die Studentenwohnung.

          3. Schenken über Bande spart Steuern

          Wenn Großeltern ein Teil ihres Vermögens an die Enkel schenken wollen, sind 200.000 Euro schenkungsteuerfrei. Wollen sie mehr übertragen, können sie das Vermögen auch erst den Kindern übertragen, die es ihren Kindern weiterschenken. Dann sind 400.000 Euro steuerfrei. Sind die schon zum Teil ausgeschöpft, kann der Opa das Vermögen auch erst der Oma schenken, die es dann weiterreicht.

          4. Ausgaben vorziehen oder auf 2016 verschieben

          Wir sind ja alle ein bisschen flexibel. Zum Beispiel in der Frage, wann wir uns etwas kaufen oder eine Dienstleistung in Anspruch nehmen. Bei vielem ist es egal, ob wir es im Dezember oder erst im Januar erledigen. Das kann man sich steuerlich zunutze machen. Zum Beispiel bei den Ausgaben für Handwerker, Gärtner, Putzfrauen oder Pflegekräfte. Diese Ausgaben kann man als Handwerkertätigkeit oder haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen. Auch der Mieter, der sie über die Nebenkostenabrechnung zahlen muss. Allerdings sind nur je 20 Prozent, maximal 1200 Euro im Jahr, absetzbar. Ist diese Summe ausgeschöpft, sollte man die Rechnung erst im nächsten Jahr bezahlen. Ist noch Luft, dann kann man jetzt schnell die Handwerker bestellen oder für einen Besuch im Januar schon im Dezember eine Vorabzahlung leisten. Auch die Rechnung für den Schornsteinfeger kann man jetzt derart absetzen. Arztkosten und andere außergewöhnliche Belastungen sollte man noch 2015 absetzen, wenn man die zumutbare Belastung überschritten hat. Wer den Arbeitnehmerpauschbetrag von 1000 Euro übertroffen hat, könnte den PC und die Fortbildung für 2016 schon jetzt zahlen und absetzen.

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