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Der Steuertipp : Vorsicht bei der gesetzlichen Rente

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Rentner können sich dagegen wehren, wenn sie vom Fiskus doppelt zur Kasse gebeten werden. Bild: dpa

Wer durch die im Jahr 2005 geänderte Rentenbesteuerung steuerlich doppelt belastet wird, kann diesen Nachteil bereits zu Beginn des Rentenbezugs vor Gericht rügen. Das hat der Bundesfinanzhof entschieden.

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          Die im Jahr 2005 eingeführte geänderte Besteuerung von Renten kann zu einer steuerlichen Doppelbelastung führen. Diese braucht der Steuerpflichtige jedoch nicht hinzunehmen. Das entschied der Bundesfinanzhof in einem gerade veröffentlichten Urteil (Az. X R 44/14).

          Zur Umsetzung der neuen Rentenbesteuerung hatte der Gesetzgeber eine Übergangsregelung geschaffen. Danach erhöht sich der steuerpflichtige Teil der Rentenzahlung in Abhängigkeit vom Rentenbeginn bis zum Jahr 2040 schrittweise von 50 auf 100 Prozent. Im Gegenzug sind die zuvor geleisteten Rentenbeiträge immer stärker als Sonderausgaben steuerlich ansetzbar, allerdings erst im Jahr 2025 mit dem Höchstbetrag. Die voll steuerpflichtigen Rentenempfänger hatten dann im schlimmsten Fall nur 15 Jahre lang die Möglichkeit, den vollen Höchstbetrag der Altersvorsorgeaufwendungen geltend zu machen.

          Steuerpflichtige sollten während Erwerbsphase rentenrelevante Unterlagen aufbewahren

          Der Grundsatz, dass Rentenzahlungen nicht besteuert werden dürfen, soweit die zugrunde liegenden Beitragszahlungen aus versteuertem Einkommen geleistet worden sind, kann damit eventuell nicht erfüllt sein. Und diejenigen, die freiwillig Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung leisten, also etwa Freiberufler, sind zusätzlich benachteiligt. Sie bekommen anders als Angestellte keinen steuerfreien Arbeitgeberzuschuss. Hier neutralisiert manchmal selbst die teilweise Steuerbefreiung der späteren Rentenauszahlung nicht die Mehrfachbesteuerung.

          Der Steuerpflichtige kann diesen steuerlichen Nachteil bereits zu Beginn des Rentenbezugs vor Gericht rügen, muss allerdings den Nachweis seiner Doppelbesteuerung selbst erbringen. Dem steuerfreien Teil der jährlichen Rente wird dann der aus versteuertem Einkommen geleistete Teil der Altersvorsorgeaufwendungen gegenübergestellt. Da das die Beschaffung und Auswertung von Unterlagen erfordert, die teilweise mehrere Jahrzehnte alt sind, sollten Steuerpflichtige schon während ihrer Erwerbsphase alle rentenrelevanten Unterlagen aufbewahren. Insbesondere die Einkommensteuerbescheide von Beginn der Rentenbeitragspflicht an ermöglichen einen Beleg der früheren Behandlung der Altersvorsorgeaufwendungen.

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