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Der Steuertipp : Was Sie bei Unterhaltszahlungen ins Ausland wissen sollten

  • -Aktualisiert am

Besonders bei den Zahlungsmodalitäten sollten Unterhaltszahler aufpassen. Bild: dpa

Zahlt man Unterhalt an Verwandte, kann sich das steuermindernd aufs eigene Einkommen auswirken – sogar dann, wenn der Empfänger im Ausland lebt. Dabei gibt es einiges zu beachten.

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          Wer bedürftigen Verwandten finanziell unter die Arme greift, wird bei der Steuer entlastet. Unterhaltszahlungen an gesetzlich unterhaltsberechtigte Personen, etwa einen Elternteil, können bis zu einem Höchstbetrag von jährlich 9000 Euro (2017: 8820 Euro) steuermindernd berücksichtigt werden. Etwaige eigene Einkünfte und Bezüge des Empfängers (etwa Rente) werden angerechnet, soweit sie 624 Euro pro Jahr übersteigen.

          Die steuerliche Entlastung greift auch, wenn der Unterhaltsempfänger im Ausland lebt. Allerdings kann es je nach den Verhältnissen des ausländischen Staates zu einer Minderung des Höchstbetrags kommen: bei Empfängern in Litauen etwa auf drei Viertel, in Brasilien auf die Hälfte.

          Aufpassen muss man bei den Zahlungsmodalitäten. Zum Beispiel, wenn wegen hoher Überweisungskosten kurz vor Jahresende eine größere Zahlung erfolgt, die auch den Unterhalt für folgende, im nächsten Jahr liegende Monate sichern soll. Hintergrund ist die streng abschnittsbezogene Sichtweise des Fiskus. Erfolgt beispielsweise im Jahr 01 nur im Dezember eine Unterhaltszahlung, die neben dem Unterhalt für den Monat Dezember 01 bereits den Unterhalt für die nach dem Jahreswechsel liegenden Monate Januar bis April des Jahres 02 umfasst, wird nur der auf den Monat Dezember entfallende Unterhalt steuerlich berücksichtigt und der Höchstbetrag entsprechend gezwölftelt. Der auf das nächste Jahr entfallende (vorausbezahlte) Unterhalt geht dagegen steuerlich ins Leere. Dabei weiß der Fiskus die obersten Steuerrichter des Bundesfinanzhofs auf seiner Seite, wie ein aktuelles Urteil vom 25. April 2018 (VI R 35/16) zeigt.

          Um den höchstmöglichen steuerlichen Abzug der Unterhaltszahlungen nicht zu gefährden, sollten daher jahresübergreifende Zahlungen vermieden werden. Ebenfalls wichtig: Die Zahlungen müssen dazu bestimmt und geeignet sein, dem laufenden Lebensbedarf des Empfängers im Jahr der Zahlung zu dienen. Eine Rückbeziehung der Zahlung auf einen vor dem Monat der Zahlung liegenden Zeitraum wird grundsätzlich nicht anerkannt.

          Die Autorin ist Steuerberaterin und Partner bei EY.

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