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Der Steuertipp : Steuern auf Bankprämien

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In manchen Fällen will der Fiskus etwas von den Konto-Prämien abbekommen. Bild: dpa

Banken zahlen oft Geldprämien für neue Kunden, die ein Konto oder Wertpapierdepot eröffnen. Wer Pech hat, muss auf diese Prämie Steuern zahlen.

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          Ob der Fiskus Geldpräien für neue Kunden besteuert, hängt davon ab, wofür exakt die Prämie gezahlt wird. Eröffnet der Kunde ein unverzinstes Girokonto, so kann die Prämie keinen Kapitalertrag darstellen, weil aus diesem Konto gerade keine Zinsen resultieren. Die Bank zahlt die Prämie dafür, einen neuen Kunden zu gewinnen. Mangels Kapitalertrag behält die Bank keine Abgeltungsteuer ein. Trotzdem kann eine solche Prämie als „Sonstige Einkünfte“ steuerpflichtig sein und ist in der Anlage SO der Einkommensteuererklärung zu deklarieren. Sie unterliegt dann dem persönlichen Steuersatz. Ausnahme: Die Summe der Prämien übersteigt in einem Jahr nicht die Freigrenze von 256 Euro. Eine Freigrenze ist jedoch kein Freibetrag. Wird der Betrag nur ganz knapp überschritten, ist der Gesamtbetrag steuerpflichtig.

          Anders verhält es sich bei Prämien für die Eröffnung eines verzinslichen Kontos (zum Beispiel Tagesgeld). Dann wird die Prämie regelmäßig wie ein Kapitalertrag zu behandeln sein. Denn als Kapitalertrag gelten auch besondere Entgelte oder Vorteile, die anstelle oder neben üblichen Kapitalerträgen wie Zinsen gewährt werden. Anleger sollten in diesem Fall darauf achten, ob Abgeltungsteuer einbehalten wurde. Ist dies nicht der Fall, so ist eine Deklaration in der Anlage KAP zu prüfen. Eine Freigrenze besteht in diesem Fall nicht.

          Nicht abschließend geklärt ist, wie Prämien bei Wertpapierdepots behandelt werden. Prämien für die Übertragung vorhandener Wertpapierbestände in ein Depot bei der neuen Bank wären wiederum als „Sonstige Einkünfte“ steuerpflichtig. Bei Prämien, die für ein neu eröffnetes Depot unter der Bedingung gezahlt werden, dass Wertpapiere neu erworben werden, wird diskutiert, ob diese die Anschaffungskosten der Wertpapiere mindern. In diesem Fall erhöht sich der spätere steuerpflichtige Gewinn aus den Papieren. Diese Handhabung kann für den Anleger vorteilhaft sein, weil die Prämie der oft niedrigeren Abgeltungsteuer unterliegt.

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