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Der Steuertipp : So läuft das mit Aktienfonds

  • -Aktualisiert am

Was müssen Anleger bei der Steuer auf Aktienfonds beachten? Bild: Picture-Alliance

Eigentlich sollte für alle, die ihr Geld in Investmentfonds anlegen, alles einfacher werden mit dem Investmentsteuerreformgesetz von 2018. Hürden gibt es aber immer noch.

          Um etwas mehr Durchblick zu schaffen, hat das Bundesfinanzministerium am 15. Juni 2018 ein Entwurfsschreiben zur Fondsbesteuerung zur Verfügung gestellt. Außerdem hat das Ministerium diverse Änderungen und Klarstellungen zur Investmentfondsbesteuerung in den Entwurf des Jahressteuergesetzes 2018 (letzter Stand 21. Juni 2018) eingefügt.

          Hierdurch sollen unter anderem Hürden beseitigt werden, die deutsche Anleger bei der Aktienteilfreistellung ausländischer Aktienfonds bislang hatten. Als begünstigter Aktienfonds soll ein Fonds künftig auch dann gelten, wenn er – wie viele ausländische Fonds – in den Anlagebedingungen vorsieht, „überwiegend“ (zum Beispiel 50,001 Prozent) in Aktien zu investieren. Die derzeitige Grenze von 51 Prozent hätte viele (ausländische) Aktienfonds von der Begünstigung ausgeschlossen beziehungsweise sie zu einer Änderung der Anlagebedingungen gezwungen.

          Zudem soll sichergestellt werden, dass auch Dachfonds als begünstigte Aktienfonds gelten können. Hintergrund ist das Teilfreistellungsverfahren, wonach Privatanleger Erträge und Gewinne solcher begünstigter Aktienfonds zu 30 Prozent steuerfrei beziehen können. Für Mischfonds, die einen Aktienanteil von mindestens 25 Prozent haben, sind 15 Prozent steuerfrei vorgesehen. Noch höhere Teilfreistellungen kommen für Immobilienfonds in Betracht.

          Nehmen wir ein Beispiel: Ein Anleger erwirbt Anteile an einem Investmentfonds für 1000 Euro und verkauft sie später für 1100 Euro. Auf den steuerpflichtigen Veräußerungsgewinn von 100 Euro muss der Anleger eine Abgeltungsteuer (einschließlich Soli) von 26,37 Euro (26,375 Prozent) entrichten. Wäre der Fonds ein begünstigter Aktienfonds, müsste der Anleger nur 70 Prozent, also 70 Euro versteuern, sodass die Steuer nur 18,46 Euro (18,4625 Prozent) betrüge.

          Anleger sollten beim Erwerb und auch beim Halten von Fonds also darauf achten, dass diese zu den begünstigten Aktienfonds, Mischfonds oder Immobilienfonds zählen.

          Der Autor ist Rechtsanwalt, Steuerberater und Partner bei KPMG in Frankfurt am Main.

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