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Der Steuertipp : So helfen Möbel beim Steuern sparen

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Bei beruflich bedingter doppelter Haushaltsführung hilft der Fiskus. Bild: Picture-Alliance

Wer berufsbedingt einen doppelten Haushalt führt, kann Kosten hierfür steuerlich ansetzen. Ein aktuelles Urteil hilft dabei.

          Wer berufsbedingt am Arbeitsort eine zweite Unterkunft anmietet, kann die Kosten hierfür im Rahmen der doppelten Haushaltsführung als Werbungskosten steuerlich geltend machen. Durch ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofs vom 4. April 2019 (VI R 18/17) gibt es zugunsten der Steuerpflichtigen eine Verbesserung im Hinblick auf angeschaffte oder angemietete Einrichtungsgegenstände Wie wie Möbel, Lampen, Gardinen und Hausrat.

          Grundsätzlich wertet der Gesetzgeber Unterkunftskosten in Form von Miete bis zu einer Höhe von 1000 Euro im Monat als angemessen und lässt den Abzug bis zu dieser Höhe zu. Zusätzlich können Fahrtkosten für eine wöchentliche Heimfahrt, Verpflegungsmehraufwendungen sowie die Umzugskosten angesetzt werden. Auch die Kosten für Einrichtungsgegenstände wie Möbel sind im Rahmen der doppelten Haushaltsführung als Werbungskosten absetzbar, soweit sie nicht überhöht sind.

          Streitig war im jüngsten Fall des Bundesfinanzhofs, inwiefern die Kosten für die Wohnungseinrichtung zu den Unterkunftskosten gehören, deren Abzug auf 1000 Euro im Monat begrenzt ist, oder ob diese uneingeschränkt abzugsfähig sind. Die Finanzverwaltung vertrat die Auffassung, dass die Aufwendungen für Einrichtungsgegenstände und Hausrat vom Höchstbetrag in Höhe von 1000 Euro pro Monat umfasst werden. Da im Urteilsfall die insgesamt angefallenen Miet- und Einrichtungskosten höher als 1000 Euro im Monat waren, ließ die Finanzverwaltung den Werbungskostenabzug für die Einrichtungsgegenstände nicht vollständig zu.

          Demgegenüber entschied der Bundesfinanzhof, dass Aufwendungen für Einrichtungsgegenstände nicht zu den Unterkunftskosten gehören und damit uneingeschränkt abzugsfähig sind. Bei Anmietung einer möblierten Wohnung ist die anteilige Miete für die Möbel daher auch voll abzugsfähig. Sieht der Mietvertrag keine Aufteilung der Miete für die Überlassung der Wohnung und der Möbelstücke vor, ist die Miete im Schätzwege aufzuteilen. Steuerpflichtige sollten daher die Kosten der Wohnungseinrichtung als Werbungskosten ansetzen oder in offenen Fällen gegebenenfalls Einspruch einlegen.

          Der Autor ist Steuerberater bei KPMG.

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