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Geld sparen für 2019 : Wie Sie die Rechnung vom Handwerker richtig absetzen

  • -Aktualisiert am

Die Rechnung des Handwerkers mindert die Steuerlast. Bild: dpa

Haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen lassen sich von der Steuer abziehen. Aber dürfen die Arbeitskosten des Handwerkers auch dann vollständig angesetzt werden, wenn sie zum Teil in seiner Werkstatt entstanden sind?

          Die Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen kann die Einkommensteuer kräftig senken. 20 Prozent der Aufwendungen, höchstens jedoch 1200 Euro, können direkt von der Steuer abgezogen werden. Die Handwerkerleistungen müssen im Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht werden. Gewährt wird nur eine Ermäßigung für die Arbeitskosten, nicht aber für Materialkosten oder Waren.

          In der Rechtsprechung umstritten ist allerdings, ob die Arbeitskosten eines Handwerkers vollständig berücksichtigt werden dürfen, wenn ein Teil dieser Kosten auf Arbeiten entfällt, die in der Werkstatt des Handwerkers ausgeführt werden und eben nicht im Haushalt des Steuerpflichtigen.

          Hierzu erging am 26. Februar 2018 ein Urteil des Finanzgerichts Sachsen-Anhalt. Die Kläger beantragten in diesem Fall die Steuerermäßigung für die Anfertigung, Verzinkung, Lieferung und Montage einer Tür. Das Finanzamt verwehrte ihnen die Ermäßigung für den Teil der Aufwendungen, der für Arbeiten in der Werkstatt des Schreiners angefallen ist.

          Das Finanzgericht hat hier zugunsten der Kläger entschieden, dass Leistungen, auch soweit sie in der Werkstatt eines Handwerkers erbracht wurden, als Handwerkerleistungen begünstigt sind.

          Ausschlaggebend für die Entscheidung ist die Absicht des Gesetzgebers. Demnach ist das Ziel der Ermäßigung, Wachstum und Beschäftigung zu fördern und gleichzeitig Schwarzarbeit zu vermeiden. Es sollen private Haushalte als Feld für neue Beschäftigungsmöglichkeiten gefördert werden, indem Handwerkerleistungen für die eigene Wohnung steuerlich begünstigt werden.

          Das Gericht ist der Auffassung, dass dieses – in der Gesetzesbegründung zum Ausdruck gebrachte Ziel – torpediert werden würde, wenn eine Handwerkerleistung künstlich danach aufgespalten wird, wo Teile der Leistung erbracht wurden, soweit sie letztlich der Wohnung des Steuerpflichtigen zugutekommt.

          Die Revision ist zugelassen und von besonderer Bedeutung, da zur strittigen Frage in der Vergangenheit verschiedene Finanzgerichte zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen sind. Insofern ist eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich. Steuerpflichtige sollten bis dahin sämtliche Handwerkerarbeitsleistungen in der Steuererklärung angeben. Kürzt das Finanzamt diese Angaben, sollten die Steuerzahler mit Verweis auf das Urteil des Finanzgerichts Sachsen-Anhalt dagegen Einspruch einlegen.

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