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Der Steuertipp : Kursgewinne mit Börsengängen

  • -Aktualisiert am

Mit Uniper haben Eon-Aktionäre einen unverhofften Gewinn gemacht. Doch jetzt kommt die Steuer. Bild: ddp

Wenn Unternehmen Aktien abspalten und sie ihren Aktionären automatisch ins Depot buchen, fällt zwar keine Abgeltungssteuer an. Steuerliche Konsequenzen hat es aber trotzdem.

          Vor einigen Tagen wurden Eon-Aktionären neue Aktien der Tochtergesellschaft Uniper in ihre Depots gebucht. Steuerlich betrachtet handelt es sich hierbei um eine Abspaltung und nicht um eine steuerpflichtige Sachdividende. Daher wurde bei Einbuchung der Uniper-Aktien keine Abgeltungsteuer einbehalten. Solche Abspaltungen sind nicht selten, wie auch der Börsengang von Osram im Jahr 2013 oder die Trennung von Lanxess aus dem Bayer-Konzern 2004 zeigen. Daher lohnt sich ein Blick auf die steuerlichen Konsequenzen.

          Da nach einer Abspaltung der Aktionär zwei Aktienpositionen im Depot hat, müssen die bisherigen Anschaffungskosten aufgeteilt werden. Erforderlich ist dies allerdings nur, sofern der Verkauf der Aktien steuerpflichtig ist, die Aktien also nach dem Jahr 2008 gekauft worden sind. Die Aufteilung erfolgt dann nach dem Zuteilungsverhältnis. Im Fall von Uniper betrug dieses Verhältnis 10 zu 1.

          Das heißt, für zehn alte Eon-Aktien wurde eine Uniper-Aktie gutgeschrieben. Hatte ein Aktionär zum Beispiel zehn alte Eon-Aktien zu je elf Euro erworben, beliefen sich seine Anschaffungskosten auf 110 Euro. Nach Abspaltung verteilen sich diese auf elf Aktien. Die zehn neuen Eon-Aktien haben nun Anschaffungskosten von 100 Euro, die eine Uniper-Aktie Anschaffungskosten von 10 Euro.

          Aktionäre sollten aber berücksichtigen, dass diese Aufteilung der Anschaffungskosten auf Basis des Zuteilungsverhältnisses nicht den tatsächlichen Wertverhältnissen entspricht. Dies hat zur Folge, dass unrealisierte Kursgewinne nicht gleichmäßig auf die beiden neuen Aktienpositionen verteilt werden.

          Im Fall von Uniper bedeutet dies, dass im Vergleich zu einer Aufteilung anhand der Kurswerte zu hohe Anschaffungskosten auf die Uniper-Aktien verteilt wurden. Dies führt dazu, dass bei der Uniper-Aktie der unrealisierte Gewinn geringer ausfällt oder sogar ein unrealisierter Verlust entstehen kann. Dieser Effekt kann aber auch in die andere Richtung gehen.

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