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Der Steuertipp : Hilfe in schwerer Zeit

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Die Kosten der privaten Lebensführung sind nur in Ausnahmefällen steuerlich absetzbar. Eine Ausnahme bilden die sogenannten außergewöhnlichen Belastungen wie Krankheitskosten. Bild: dpa

Die Kosten der privaten Lebensführung sind nur in Ausnahmefällen steuerlich absetzbar. Eine Ausnahme bilden insbesondere die sogenannten außergewöhnlichen Belastungen. Diese sind jedoch nicht für jeden Steuerzahler gleich.

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          Außergewöhnliche Belastungen wie Krankheitskosten, Beerdigungskosten, Unterhaltskosten oder Pflegekosten wirken sich jedoch steuerlich erst dann aus, wenn sie die sogenannte zumutbare Eigenbelastung übersteigen. Diese ist nicht für jeden Steuerzahler gleich, sondern wird gesetzlich in drei Stufen nach einem bestimmten Prozentsatz des Gesamtbetrags der Einkünfte (bei Arbeitnehmern ist das in der Regel der Bruttoarbeitslohn abzüglich Werbungskosten) bemessen und hängt vom Familienstand sowie der Zahl der Kinder ab. Bleiben die außergewöhnlichen Belastungen unter dieser Grenze, fallen sie steuerlich unter den Tisch.

          Die zumutbare Eigenbelastung beträgt beispielsweise bei einem Ehepaar mit zwei Kindern bei einem Gesamtbetrag der Einkünfte bis 15 340 Euro 2 Prozent, über 15 340 Euro bis 51 340 Euro 3 Prozent, und über 51 130 Euro 4 Prozent. Bisher nahmen die Finanzämter zum Nachteil der Steuerzahler an, dass sich die Höhe der zumutbaren Eigenbelastung einheitlich nach dem höheren Prozentsatz richtet, sobald der Gesamtbetrag der Einkünfte eine der Grenzen überschreitet.

          Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs (Az.: VI R 75/14) ist jedoch nur noch derjenige Teil, der eine Grenze übersteigt, mit dem jeweils höheren Prozentsatz belastet. Bei einem Ehepaar mit zwei Kindern und einem Gesamtbetrag der Einkünfte in Höhe von 41 500 Euro würde die zumutbare Eigenbelastung nunmehr 1091 Euro ([15 340 Euro × 2 Prozent] + [26 160 Euro × 3 Prozent]) statt 1245 Euro (41 500 Euro × 3 Prozent) betragen. Bei selbst getragenen Pflegekosten von 4000 Euro sind damit nun 2909 Euro steuerlich absetzbar (bisher nur 2755 Euro).

          Die zumutbare Eigenbelastung muss der Steuerzahler übrigens nicht selbst ermitteln. Werden außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung angesetzt, berechnet das Finanzamt die zumutbare Eigenbelastung unter Berücksichtigung des Urteils VI R 75/14 automatisch.

          Der Autor ist Steuerberater bei KPMG in Frankfurt.

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